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XETRA-START/DAX startet etwas leichter - Versorger belasten
FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas schwächer als erwartet ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag in den Handel gestartet. Der DAX fällt gegen 10.03 Uhr um 0,5% oder 33 auf 7.038 Punkte. Händler verweisen auf die Schwäche bei den Indexschwergewichten Siemens und den Versorgern. Zudem schmolzen die anfänglichen Gewinne beim Nikkei bis zum Handelsende dahin; dies wird nun eher als belastend empfunden.
Zusätzlich blicke der Markt weiter gebannt auf den Verlauf des Rohölpreises, der am Vortag deutlicher korrigiert hat von Niveaus über 135 USD je Barrel, jedoch nun wieder in der Nähe von 132 USD notiert.
Mit den Aufschlägen am Vortag hat sich auch das charttechnische Bild im DAX wieder verbessert. Staud Research weist darauf hin, dass der kurzfristige Aufwärtstrend verteidigt werden konnte und der DAX in die Widerstandszone von 7.060 bis 7.100/107 zurückgekehrt sei. Eine Überwindung dieser Zone würde das Bild weiter aufhellen.
Im Fokus steht weiter die Konsolidierung des Bankensektors in Deutschland. Das "manager magazin" hat am Vortag berichtet, dass Allianz und Commerzbank gemeinsam für die Postbank bieten wollen. LBBW-Analyst Robert Mazzuoli bezeichnete eine derartige Fusion zum jetzigen Zeitpunkt jedoch als verfrüht. Der genannte Kaufpreis von 10 Mrd EUR sei zu niedrig, die Banken mit den Vorbereitungen noch nicht so weit. Auch die Postbank-Mutter, die Deutsche Post, müsse vor dahingehenden Verkaufsverhandlungen zunächst die Probleme beim US-Geschäft aus dem Weg räumen.
Als Verlierer eines solchen Szenarios stünde langfristig die Deutsche Bank da, heißt es von Mazzuoli weiter. Postbank ziehen um 1,8% auf 61,70 EUR an und die Titel der Deutschen Post um 2% auf 21,70 EUR. Commerzbank legen um 1,2% auf 22,50 EUR zu. Allianz zeigen sich indes kaum verändert und Deutsche Bank geben um 0,5% auf 73,52 EUR nach.
Zum Spitzenreiter im DAX avancieren Hypo Real Estate (HRE) mit Plus 3,2% auf 21,87 EUR. Auslöser ist zum einen das Gebot von J.C. Flowers für 24,9% der Anteile für einen Preis von 22,50 EUR je Aktie. Dieses sei in dieser Höhe erwartet worden. Die Offerte läuft bis zum 23. Juni. Zum anderen profitieren HRE von der wieder steigenden Übernahmefantasie im Bankensektor. Neben der Postbank gelte die Hypo Real als heißer Übernahmekandidat.
Unter Schwachstrom im DAX stehen aktuell die Versorger, die das Tabellenende zieren. E.ON rutschen um 2% auf 132,89 EUR ab, RWE verlieren 1,5% auf 79,62 EUR. Ein Marktteilnehmer verweist auf die Sektorschwäche in ganz Europa, nachdem das Fusionsfieber etwas abflaue: So hat der französische Versorger Suez die angepeilte Übernahme des britischen Konkurrenten British Energy vorerst "ad acta" gelegt. Ferner würden Anleger bei Versorgern Gewinne mitnehmen, wie es heißt.
adidas setzen ihre Aufwärtsbewegung fort. Ein Händler verweist auf die bald beginnende Europameisterschaft und die Tatsache, dass adidas als eher resistent gegenüber eines Euro-Anstiegs gilt. adidas steigen 1,2% auf 45,80 EUR.
Von Analystenstimmen werden unterdessen BASF um 1,5% auf 95,65 EUR getragen. Merrill Lynch stufte die Aktie auf "Kaufen" von "Neutral" hoch. Ähnliches gilt für Bayer, die von BNP auf "Outperform" erhöht wurden und um 0,7% auf 55,32 EUR steigen.
Von den Titeln der zweiten Reihe kommen Lanxess nach positiven Analystenstimmen voran und klettern um 1,4% und 30,43 EUR. Unter dem über 131 EUR notierenden Ölpreis leiden insbesondere die Zykliker. Bilfinger Berger und Hochtief kommen um 0,9% bzw 1,3% zurück. Bilfinger Berger werden dabei noch etwas von einem positiven Analystenkommentar durch Merrill Lynch gestützt. Nach den deutlichen Vortagesaufschlägen fallen Gildemeister unter Gewinnmitnahmen um 5,4% auf 22,13 EUR zurück.
MDAX und TecDAX verlieren jeweils 0,8%.
DJG/eyh/raz (END) Dow Jones NewswiresMay 23, 2008 04:21 ET (08:21 GMT)
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