MÜNCHEN (dpa-AFX) - In der Korruptionsaffäre bei Siemens muss der Münchner Konzern einem Pressebericht zufolge mit hohen Schadenersatzforderungen der griechischen Telefongesellschaft OTE rechnen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaften in München und Athen solle Siemens über viele Jahre hinweg zahlreiche Manager und Mitarbeiter von OTE bestochen haben, um bei einem Auftrag in Milliardenhöhe für den Ausbau und die Modernisierung des Telefonnetzes in Griechenland stark überhöhte Preise abrechnen zu können, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag). OTE habe nun Anwaltskanzleien in Griechenland und Deutschland eingeschaltet, um alle notwendigen Schritte prüfen und vorbereiten zu lassen.
Für den OTE-Auftrag und dessen Abwicklung seien hohe Schmiergeldzahlungen geleistet worden, hatte Anfang der Woche im ersten Prozess in der Siemens-Korruptionsaffäre der Angeklagte ausgesagt, ein ehemaliger Konzernmanager. Demnach sollen nach und nach rund 40 Millionen Euro Schmiergeld geflossen sein, vor allem über schwarze Kassen in Österreich./pw/fj/DP/wiz