04.07.2008 09:06
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€uro greentec.journal-Kolumne: Solon - Europäisch gegen die Dummheit

Erst auf Nachfrage einer interessierten Aktionärin nahm der Solon-Chef Thomas Krupke – wenig überrascht und wenig überraschend, aber schmunzelnd – auf der Hauptversammlung Stellung: "Ein Gerücht ist ein Gerücht ist ein Gerücht, selbst wenn ich zu dem Thema mehr sagen könnte, dürfte ich es nicht. Viele Akteure an den Finanzmärkten leben von Kursbewegungen, da werden Gerüchte dankbar aufgenommen." Seit der Übernahme von Ersol durch Bosch wird über weitere Kandidaten in der Branche spekuliert – so auch über das Berliner TecDAX-Unternehmen. Krupke jedenfalls betonte, dass die Familie Ströher, die rund ein Drittel der Aktien hält, ihre Beteiligung als langfristiges Investment betrachtet. Punktum.

Andere Themen haben für ihn eindeutig Vorrang. Wichtigstes Ziel sei es, das Wachstum zu bewältigen, und das wolle man aus eigener Kraft. Vor allem will man sich in Zukunft noch stärker als internationaler Konzern präsentieren. Als deutliches Zeichen wurde auf der Hauptversammlung die Umwandlung in eine Aktengesellschaft nach europäischem Recht beschlossen, aus der Solon AG wird die Solon SE (für Societas Europaea). "Dies ist ein Bekenntnis zu Europa, mit dem der Internationalisierung des Solargeschäfts Rechnung getragen wird und auch manche unserer internationalen Partner fühlen sich so wohler", beschrieb Krupke die emotionale Ebene. Sachlich erwartet man sich durch den Schritt, dass die grenzüberschreitende Tätigkeit erleichtert wird, nicht zuletzt auch in Hinblick auf ausländische Investoren.

Die Internationalisierung bei Solon in Zahlen: während 2005 noch 88 Prozent des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet wurde, sank der Anteil bis 2007 auf rund ein Drittel. Die Stoßrichtung ist klar: Europa; rund 45 Prozent wurden im letzten Jahr in Spanien umgesetzt, 20 Prozent in Italien. Als wichtigste neue Hoffnungsmärkte präsentieren sich Frankreich und Griechenland. Die außereuropäischen Märkte fielen bislang noch nicht so ins Gewicht, lediglich rund drei Prozent des Umsatzes waren es 2007. Dennoch steht Solon mit Beteiligungen auch in den USA, Korea und Australien in den Startlöchern. In den USA soll noch in diesem Jahr eine eigene Produktionsstätte fertig werden.

Die Entwicklung der Geschäftszahlen insgesamt kann sich sehen lassen: der Umsatz stieg seit 2002 im Schnitt jährlich um 89 Prozent, das Ergebnis verbesserte sich in den letzten drei Jahren im Schnitt um 103 Prozent. "In diesem Tempo wird es zwar nicht unbedingt weitergehen, für dieses Jahr rechnen wir aber wieder mit einem Zuwachs von 75 Prozent bei Umsatz und Ergebnis", prognostiziert der Vorstand. Die Produktionskapazität soll bis Ende 2008 von 210 MWp auf 500 MWp gesteigert werden. Im ersten Quartal gelang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als eine Verdopplung: Umsatz plus 115 Prozent, EBIT plus 150 Prozent.

Soviel zu den quantitativen Wachstumszielen, qualitativ – also im Erscheinungsbild - will man der neuen Größe ebenfalls gerecht werden: Englisch soll Konzernsprache werden, der neue Slogan ist es schon. "Don’t leave the planet to the stupid”, heißt es bei der Solon SE. Sich ein paar Aktien der nunmehr europäischen Gesellschaft ins Depot zu holen, ist sicherlich nicht das Dümmste, was Anleger tun können.



Seit November 2007 ist Werner H. Heussinger Chefredakteur des €uro greentec.journal, das auf die aussichtsreichsten Investmentmöglichkeiten im Bereich Ökologie aufmerksam machen soll. Heussinger gehörte als Gründer und Chefredakteur des „Optionsschein-Magazins“ zu den Wegbereitern der deutschen Derivate-Kultur. Er ist Mitgründer und Vorstand der ZertifikateJournal AG und Autor zahlreicher deutsch- und englischsprachiger Publikationen sowie mehrerer Fachbücher.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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