SONY VS. MICROSOFT
von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag
Im März verkaufte der japanische Elektronikriese hierzulande rund 80.000 Einheiten. Das geht aus Daten des Marktforschungsunternehmens Media Control hervor, die dieser Zeitung vorliegen. Damit lag der Konzern im ersten vollen Monat nach der Markteinführung deutlich vor Nintendos mobiler Spielekonsole 3DS. „Wir sind mit dem Start hochzufrieden“, sagte Uwe Bassendowski, Chef von Sony Computer Entertainment Deutschland.
Einen weiteren Absatzschub erhofft sich Bassendowski von den Sommermonaten. Diese Jahreszeit sei für den Handheld-Absatz inzwischen „fast so wichtig wie das Weihnachtsgeschäft“. Der Start von PS Vita wird in der Branche aufmerksam verfolgt. Analysten sagen den mobilen Spielekonsolen schwere Zeiten voraus. Neben den immer leistungsfähigeren Smartphones gelten auch Tablet-Rechner als Bedrohung. Dem trat Bassendowski aber entgegen. Viele Beobachter übersähen, dass Handhelds auf die Gruppe der Acht- bis Zwölfjährigen zielten. „Die haben aber häufig noch gar kein Smartphone.“
Überraschend gut schlugen sich im ersten Quartal zudem die stationären Spielekonsolen. Sony schaffte mit seiner PS3 im Auftaktquartal ein Absatzplus von elf Prozent auf 160.000 Einheiten und verteidigte damit erneut die Spitzenposition. Microsofts Xbox 360 legte deutschlandweit um zwei Drittel auf rund 110.000 Einheiten zu. Damit koppelten sich die Amerikaner in Deutschland komplett vom jüngsten Einbruch im weltweiten Xbox-Geschäft ab.
Im jüngsten Quartal hatte sich der Konzernabsatz im Spielekonsolengeschäft auf insgesamt 1,4 Millionen Einheiten praktisch halbiert. „Unabhängig von den weltweiten Verkaufszahlen sind wir in Deutschland sehr zufrieden“, erklärte Oliver Kaltner, Chef des Endkundengeschäfts bei Microsoft Deutschland.
Zugleich trat er Spekulationen entgegen, der Konzern könnte sich den Zuwachs über Preiszugeständnisse erkauft haben. Microsoft lege Wert auf profitables Wachstum. Dies gelte sowohl für das Konsolengeschäft als auch für Zubehör, Spiele und den Onlineservice Xbox Live, sagte Kaltner.
Bildquellen: Keystone