18.04.2013 17:00
Bewerten
 (1)

RWE vor mageren Jahren - Aktionäre vermissen Visionen

2013 annähernd stabil
Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE hat seine Aktionäre auf schwere Zeiten eingestimmt.
"Nach 2013 wird es kaum möglich sein, das Ergebnisniveau zu halten", sagte Vorstandschef Peter Terium bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Essen. "Leider sehen wir dunkle Wolken am Horizont. Dies gilt vor allem für die konventionelle Stromversorgung." Der Ökostromboom hat die Großhandelspreise einbrechen lassen. Das könne RWE bislang nicht durch neue Geschäftsfelder kompensieren. Zudem zahlen sich für den Konzern laut Terium Investitionen in erneuerbare Energien langsamer als geplant aus.

An der Börse kamen die pessimistischen Aussagen nicht gut an. Die RWE-Aktie ging nach der Rede Teriums auf Talfahrt und gab ihre anfängliche Gewinne ab. Am frühen Nachmittag notierte sie mit fast einem Prozent im Minus und war damit einer der schwächsten Werte im Dax. Auch einige Aktionäre vermissten ein "Feuerwerk an Visionen" von Terium bei dessen erster Hauptversammlung als Chef von RWE.

Der Manager entgegnete, dass es ihm nicht um den großen Knalleffekt gehe, sondern um eine nachhaltige Weiterentwicklung des Konzerns. Dafür bekam er auch Beifall. "Sie passen sehr gut zu RWE, das nicht mehr ganz so großspurig auftritt", sagte Aktionärsschützer Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. "Wir müssen den Gürtel enger schnallen, aber wir folgen Ihnen." Er traue Terium zu, den Wertverfall des Unternehmens in den vergangenen Jahren durch Atomausstieg und Energiewende zu stoppen.

Dabei machen dem Konzern die großen Schulden zu schaffen. Die Verbindlichkeiten sind in den vergangenen fünf Jahren von 18 auf 33 Milliarden Euro angeschwollen. "Unsere Finanzkraft ist geschwächt", sagte Terium. An einer üppigen Dividende will RWE dennoch festhalten. In diesem Jahr schüttet der Konzern praktisch seinen gesamten Nettogewinn aus.

Um die finanzielle Situation zu verbessern, hat RWE ein Sparprogramm aufgelegt. Der Konzern mit derzeit rund 70.000 Beschäftigten will nach bereits bekannten Zahlen bis 2015 gut 5.000 Stellen abbauen. Betriebsbedingte Kündigungen sind dabei bis Ende 2014 ausgeschlossen. Zudem drosselt Terium die Ausgaben auch für erneuerbare Energien.

Auch Tafelsilber steht zur Disposition. Verkaufen will Terium vor allem die Öl- und Gasfördertochter Dea. Dass er sich damit von einem stabilen Ertragsbringer trennt, gefällt nicht allen Aktionären. Terium verteidigte den Schritt. Die Gashandelsmärkte seien in Europa mittlerweile so liquide, dass der Besitz eigener Gasquellen seine strategische Bedeutung für den Konzern verloren habe. Zudem spare der Konzern langfristig durch einen Verkauf des kapitalintensiven Fördergeschäfts Milliarden-Investitionen.

Dass RWE zumindest in diesem Jahr anders als Konkurrent Eon noch nicht mit einem massiven Gewinneinbruch rechnet, liegt an einem erwarteten Sondereffekt: Bis Mitte des Jahres will der Konzern seinen Streit über Lieferverträge mit dem russischen Gasriesen Gazprom klären. RWE geht davon aus, dass dabei am Ende Preissenkungen für die Essener herausspringen. Das dürfte dem Ergebnis helfen.

Terium kritisierte die Energiewende und ihr Management durch die Bundesregierung. Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien drohe bundesweit kostenmäßig aus dem Ruder zu laufen. Er sprach sich dafür aus, neben der Nachhaltigkeit auch die Versorgungssicherheit stärker in den Blick zu nehmen./enl/fbr

ESSEN (dpa-AFX)

Bildquellen: RWE
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu RWE AG St.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu RWE AG St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
03.07.2015RWE ReduceHSBC
03.07.2015RWE NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.07.2015RWE HaltenIndependent Research GmbH
03.07.2015RWE buyGoldman Sachs Group Inc.
03.07.2015RWE HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
03.07.2015RWE buyGoldman Sachs Group Inc.
02.07.2015RWE kaufenDZ-Bank AG
02.07.2015RWE buyCommerzbank AG
30.06.2015RWE OutperformBernstein Research
25.06.2015RWE buyGoldman Sachs Group Inc.
03.07.2015RWE NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.07.2015RWE HaltenIndependent Research GmbH
03.07.2015RWE HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
30.06.2015RWE NeutralCredit Suisse Group
25.06.2015RWE HaltenIndependent Research GmbH
03.07.2015RWE ReduceHSBC
02.07.2015RWE SellS&P Capital IQ
01.07.2015RWE SellCitigroup Corp.
23.06.2015RWE ReduceKepler Cheuvreux
27.05.2015RWE SellSociété Générale Group S.A. (SG)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für RWE AG St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr RWE AG St. Analysen

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Wall Street feiertagsbedingt geschlossen -- Griechisches Verfassungsgericht lässt Referendum zu -- K+S, Facebook im Fokus

Tsipras schwört seine Anhänger auf 'Nein' bei Referendum ein. Knappes Ergebnis bei Hellas-Referendum erwartet. Friedliche Demonstration gegen Sparauflagen für Griechenland. Alter Flughafen Berlin-Schönefeld bleibt länger am Netz. Tsipras fordert Schuldenschnitt und 20 Jahre mehr Zeit. Im Übernahmepoker um K+S verhärten sich die Fronten. Tsipras: Ein Nein beim Referendum wäre kein Ende der Verhandlungen. Varoufakis: Einigung mit Gläubigern kommt in jedem Fall zustande.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welcher Fußballtrainer verdient am meisten?

Diese Aktien stehen bei Hedgefonds ganz oben

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Acht überraschende Fakten über den Chef des Tech-Riesen

Deutschland liegt ganz weit vorne

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Welche Aktien könnten bis 2018 hin steigen?

Bestnoten für diese Chefs

mehr Top Rankings

Umfrage

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung der DAX bis zum Jahresende entwickeln?