27.08.2013 12:45
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E.ON sorgt sich um Atommeiler-Einnahmen

"Geld für die Staatskasse": E.ON sorgt sich um Atommeiler-Einnahmen | Nachricht | finanzen.net
"Geld für die Staatskasse"
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Der größte deutsche Energiekonzern E.ON sorgt sich zunehmend um die Wirtschaftlichkeit seiner deutschen Atomkraftwerke.
"Fakt ist, dass Kernkraftwerke durch die Kernbrennstoffsteuer momentan ganz überwiegend Geld für die Staatskasse verdienen", sagte E.ON-Vorstand Mike Winkel der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Der "Bild"-Zeitung sagt Winkel zudem: "Wir prüfen laufend, ob sich der Betrieb unserer Kraftwerke, auch der Kernkraftwerke, noch lohnt."

Hintergrund ist, dass durch den Ökostrom-Anteil von bereits 25 Prozent die Großhandelspreise von über 50 auf 35 bis 37 Euro die Megawattstunde gefallen sind. Auch frühere Stilllegungen gelten laut Fachleuten nicht mehr als ausgeschlossen. Ein E.ON-Sprecher betonte aber auf Anfrage: "Stilllegungen von Kernkraftwerken stehen derzeit nicht zur Debatte." E.ON betreibt noch die Meiler Grafenrheinfeld, Isar 2, Grohnde und Brokdorf, die wie die anderen verbliebenen fünf AKW schrittweise bis 2022 vom Netz gehen sollen. Da die Anlagen bisher als systemrelevant gelten, könnte ein früheres Aus untersagt werden - dann müssten über den Strompreis aber Sondervergütungen für den Weiterbetrieb der entsprechenden Atommeiler gezahlt werden.

Nach der Bundestagswahl soll ein neues Marktdesign beraten werden. Um weiter genug Kraftwerke als Puffer bei wenig Sonne und Wind zu haben, wird über Prämien für das Bereitstellen einer gesicherten Leistung diskutiert. E.ON-Vorstand Winkel sagte, künftig brauche man kleinere, flexiblere Einheiten, die auf die Wetterschwankungen reagieren. "Die Zeit der Mehrblockstandorte neigt sich dem Ende zu."

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt", sagte: "Wenn E.ON über mangelnde Wirtschaftlichkeit seiner AKW klagt, dann wollen sie diese natürlich nicht abschalten, sondern eine Änderung der Rahmenbedingungen, um mehr Geld damit verdienen zu können". Atomkraftwerke seien überhaupt nur deshalb noch einträglich für die Energiekonzerne, weil viele Kosten der Gesellschaft aufgebürdet würden. "Die Atomkraftwerke werden angesichts des Wachstums der Erneuerbaren Energien und der massiven Überkapazitäten im konventionellen Kraftwerkspark nicht mehr benötigt", sagte Stay./ir/DP/enl

BERLIN (dpa-AFX)
Bildquellen: E.ON AG

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