"Notwendige Diskussionen über längst bewährte Flexibilitätsinstrumente als Rambo-Methoden zu bezeichnen, ist reine Stimmungsmache, mit der man sich selbst disqualifiziert", sagte der Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Porth reagierte damit auf Äußerungen von Betriebsräten und Gewerkschaftern.
Den Begriff "Rambo-Politik" hatte Jörg Hofmann am Freitag verwendet. Hofmann ist baden-württembergischer IG-Metall-Chef und auch Mitglied des Aufsichtsrats der Daimler AG. "Wir können an der Spitze dieses Konzerns keine Rambo-Politik gegenüber den Beschäftigten und Belegschaftsvertretungen akzeptieren", hatte Hofmann nach einer hitzigen Belegschaftsversammlung im Mercedes-Werk Sindelfingen gesagt. "Wer bei so einem Vorgehen noch motivierte Mitarbeiter erwartet, sollte dringend einen Kurs für erfolgreiche Personalführung besuchen."
Ausgangspunkt des Streits ist der bevorstehende Modellwechsel für die Mercedes S-Klasse im nächsten Jahr. Weil typischerweise in den Monaten davor die Nachfrage sinkt, möchte Daimler die Produktion einstweilen auf einen Einschichtbetrieb umstellen, und auf diese Weise rund 50.000 Autos weniger bauen. Entsprechend würden die Mitarbeiter Minus-Stunden auf ihren Zeitkonten anhäufen.
Der Autobauer hat laut einem Zeitungsbericht in seinem Werk in Stuttgart-Untertürkheim die Verträge von rund 300 der insgesamt etwa 720 Leiharbeiter nicht verlängert. Das Unternehmen habe Sparmaßnahmen als Begründung genannt, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" unter Berufung auf Betriebsratskreise. Daimler wollte den Bericht am Wochenende nicht kommentieren.
STUTTGART (dpa-AFX)
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