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21.10.2010 16:24

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A-Tec legt die drittgrößte Pleite der österreichischen Geschichte hin

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    WIEN (dpa-AFX/APA) - Die Insolvenz der A-TEC Industries ist mit einem möglichen Schaden von bis zu rund 677 Millionen Euro die drittgrößte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte nach Konsum und der Baufirma Maculan. Der Industrielle Mirko Kovats hat seinen Gläubigern er im Rahmen des neuen Sanierungsverfahrens die gesetzliche Mindestquote von 30 Prozent angeboten. Die Fortführung des Unternehmens werde vor allem davon abhängen, ob ein Financier für die Quote gefunden werden kann, so Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) zur APA.

    Für Anlegerschützer Wilhelm Rasinger vom Interessenverband für Anleger (IVA) ist eine Sanierung der A-Tec jedoch nur dann möglich "wenn Mirko Kovats aus allen Funktion entfernt wird" oder er für die Firmensanierung einen "massiven Geldbetrag aus seiner Privatstiftung" entnimmt. Der A-Tec-Chef habe in den letzten Jahren unverhältnismäßig viel in seine Privatstiftung geschaufelt, betonte Rasinger. So wurde dem Dreier-Vorstand laut Rasinger allein 2009 eine Erfolgsprämie von 1,6 Millionen Euro neben 1 Millionen Euro Fixbezügen ausbezahlt. Es sei davon auszugehen, dass der Vorstandsvorsitzende den Löwenanteil kassiert habe, sagte der IVA-Präsident zur APA.

    Im Detail werden im A-Tec-Status, der dem Insolvenzantrag beiliegt, Schulden von 370 Millionen Euro ausgewiesen, dazu kommen Haftungen und Patronatserklärungen als bedingte Forderungen in Höhe von weiteren rund 307 Millionen Euro. Sollten diese schlagend werden, steigen die Passiva auf 677 Millionen Euro. Der Löwenanteil der ausgewiesenen Passiva, nämlich 302 Millionen Euro, entfällt auf drei Anleihen, 35 Millionen Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, weitere 8 Millionen. Euro sind Forderungen von Banken, der Rest entfällt auf Lieferanten und sonstige Gläubiger.

Auf der Aktivseite steht im Status eine Bilanzsumme von 913 Millionen Euro, die jedoch, so ebenfalls im Status angeführt, nur mehr 232 Millionen Euro ausmacht. Zurückzuführen ist das auf eine deutliche Abwertung der Anteile an verbundenen Unternehmen, die ursprünglich noch 684 Millionen. Euro betragen haben und jetzt laut Status nur mehr 119 Millionen. Euro wert sind. Dieser Wertverlust auf nur mehr ein Viertel sei genau zu überprüfen, so Kantner zur APA. Vor allem deshalb, weil die Beteiligungen erst im Jahr 2009 um 160 Millionen Euro aufgewertet wurden.

    Von den Aktionären fordert er, dass sie hinter den Gläubigern zurückstehen. Grundsätzlich müsse jetzt überprüft werden, wieviel die einzelnen Unternehmensteile des Mischkonzerns wert seien. Die Sanierung könnte über einen Kapitalschnitt erfolgen, wobei die Aktionäre auch Anteile statt Geld erhalten würden. Dabei sei zu überprüfen, wieviele Anteile die Aktionäre bekommen.

    Die A-Tec gehört zu zwei Drittel Mirko Kovats (55,2 Prozent der M.U.S.T Privatstiftung von Mirco Kovats und 11,3 Prozent Capital und Industrie Investment AG), zu 6,9 Prozent der J.E. Loidold Privatstiftung; 26,6 Prozent notieren an der Börse. Bis 2. November hätte eine Unternehmensanleihe von 91 Mio. Euro refinanziert werden müssen. Weitere zwei Anleihen zu 180 Mio. Euro und 110 Mio. Euro sind am Markt. Sie sind am 10. Mai 2014 beziehungsweise am 27. Oktober 2014 fällig. Leadmanager der Anleihen sind die Raiffeisen (Raiffeisen Bank International) Zentralbank AG, die Deutsche Bank und das Finanzhaus Nomura./APA/zb

  

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