(Neu: Analystenkommentare Equinet, Silvia Quandt Research)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der Allianz sind am Freitag nach endgültigen Quartalszahlen zunächst mit dem abbröckelnden Markt ins Minus gerutscht. Am Mittag dann verbilligten sich die Papiere des Versicherungskonzerns um 1,64 Prozent auf 92,59 Euro. Der Dax (DAX) fiel zeitgleich um knapp ein Prozent zurück.
Die Allianz profitierte im dritten Quartal besonders von Zuwächsen in der Lebensversicherung und im Fondsgeschäft. Beide Sparten steigerten ihren operativen Gewinn im Jahresvergleich um mehr als die Hälfte. Auch die Schaden- und Unfallversicherung legte zu. Unter dem Strich verdiente der Versicherungskonzern fast sieben Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Damals hatten Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und abstürzende Aktienkurse das Ergebnis belastet. Zudem hält das Unternehmen auch anderthalb Wochen nach Hurrikan "Sandy" an seinen gerade erhöhten Gewinnerwartungen für 2012 fest.
BÖRSIANER ERWARTEN KEINE DEUTLICHE KURSREAKTION
Von einem Händler hieß es, die endgültigen Ergebnisse entsprächen den bereits veröffentlichten Eckdaten und enthielten daher keine Überraschungen. Neu sei lediglich der Umsatz der Gruppe. Entsprechend erwartete der Händler keine deutliche Kursreaktion. Derweil hob ein weiterer Börsianer die besser als erwartete Schaden-Kosten-Quote (combined ratio) im Deutschlandgeschäft hervor.
Die DZ Bank lobte die sehr starke operative Entwicklung im Fonds- und im Lebensversicherungsgeschäft. Allerdings könne die Quartalsentwicklung wohl nur bedingt auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, gab Analyst Thorsten Wenzel zu bedenken. Zudem habe sich die Schaden-Kosten-Quote in der Schaden- und Unfallversicherung auf den ersten Blick zwar verbessert, doch die zugrunde liegenden Trends schienen sich kaum geändert zu haben.
ANALYSTEN WERTEN ZAHLENWERK POSITIV
Equinet ließ die Einstufung auf "Accumulate" mit einem Kursziel von 96,00 Euro. Operativ habe das dritte Quartal des Versicherers deutlich über seinen Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Philipp Häßler. Die Zahlen seien stark ausgefallen, auch wenn der Nettogewinn seine Prognosen nur getroffen habe. Positiv sei auch die von der Allianz angehobene Zielsetzung. Sein Modell werde er aber erst nach der Analystenkonferenz zu den Zahlen aktualisieren.
Die Ergebnisqualität überrasche ihn positiv, hob Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research hervor. Auch der Kapitalaufbau sei besser als erwartet. Somit verstärkten die endgültigen Zahlen den positiven Eindruck der vorläufigen Ergebnisse und sie zeigten eine hohe Profitabilität, die aus dem operativen Geschäft stamme und somit besonders optimistisch stimme./gl/fat/rum