FRANKFURT (dpa-AFX) - Allianz-Aktien (
Allianz) haben am Montag nach Spekulationen um ein Übernahmeangebot für Swiss Life Holding (
Swiss Life) zu den schwächsten Werten im
Dax (
DAX) gezählt. Gegen 15.15 Uhr verloren die Titel 0,78 Prozent auf 87,30 Euro. Der deutsche Leitindex verbuchte derweil ein Plus von 0,64 Prozent auf 6.076,22 Zähler. Für die
Aktien der Schweizer ging es derweil um 7,12 Prozent auf 155,00 Franken hoch.
Der deutsche Versicherer bereitet einem Bericht der französischen Webseite "wansquare.com" zufolge ein 5,3 Milliarden US-Dollar schweres Übernahmeangebot für den Schweizer Wettbewerber vor. Die Website beruft sich auf verschiedene schweizerische Bankenkreise. Die Allianz wollte zwar dazu keine Stellung nehmen, sagte ein Händler. Der kolportierte Preis bedeute eine Prämie von 20 Prozent auf den Swiss-Life-Schlusskurs vom Freitag. Der Allianz-Kurs habe bereits am Donnerstag unter entsprechenden Gerüchten gelitten. "Lebensversicherer tun sich im Moment schwer, die nötigen Renditen zu verdienen. Ob daher eine solche Investition für die Allianz sinnvoll wäre, ist schwer zu beurteilen", kommentierte ein Experte.
Ein weiterer Analyst könnte sich die Übernahme durchaus vorstellen – sie sei auch finanziell für die Allianz kein Problem. "Der Kauf von Swiss Life wäre aus strategischer Sicht schon attraktiv für die Allianz. In der Schweiz würde sie damit zur Nummer 1 aufsteigen und auch in Frankreich würden damit Marktanteile, die in den vergangenen zehn Jahren verloren gingen, wieder zurückgewonnen", sagte der Experte. In Deutschland gehe es der Allianz wohl hauptsächlich um AWD. "Mit den Finanzberatern von AWD würde sich die Vertriebskraft der Allianz mit einem Schlag um ein Drittel erhöhen und man könnte eine integrierte Finanzberatung mit Bank- und Versicherungsprodukten anbieten." Da allerdings Talanx neun Prozent und Carsten Maschmeyer sechs Prozent an Swiss Life hielten, sei eine feindliche Übernahme wohl nicht möglich. "Wie eine Einigung mit diesen beiden Großaktionären, die eigentlich kein wirkliches Interesse an einem Verkauf haben dürften, aussieht, ist noch unklar", sagte der Analyst.
Christian Hamann, Analyst bei der Hamburger Sparkasse, hält ein Übernahmeangebot für weniger wahrscheinlich. "Der Schweizer Markt ist nicht sonderlich attraktiv und macht immerhin etwa die Hälfte des Geschäfts von Swiss Life aus", sagte der Experte. Das übrige Europageschäft sei hingegen schon interessant, es komme allerdings stark auf den Preis an, den Allianz zahlen müsste. "Die Swiss Life-Aktie war zuletzt recht niedrig bewertet, daher könnte ein Interesse grundsätzlich schon bestehen", so Hamann. Dagegen spreche aber das aktuelle Kapitalmarktumfeld. "Die Allianz glänzt derzeit durch ihre gute Kapitalausstattung und die Tatsache, dass sie als einer der wenigen Versicherer in Europa keinen Bedarf an einer Kapitalerhöhung hat. Die Übernahme wäre zwar auch ohne eine solche Maßnahme zu stemmen. Dann wäre aber nur noch ein kleiner Puffer übrig."/dr/he