(Neu: Analystenstimmen von Cheuvreux, der LBBW und der WestLB)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein positiver Bescheid der US-Gesundheitsbehörde FDA hat den Titeln von Bayer am Montag Gewinne beschert. So stiegen die Aktien des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns gegen 10.45 Uhr an der Dax-Spitze um 1,46 Prozent auf 56,48 Euro. Der Leitindex (DAX) legte nur um 0,18 Prozent zu auf 7.432,69 Punkte.
Die FDA hatte die Zulassung für das Medikament Xarelto zur Prävention venöser Thromboembolien bei Patienten nach Operationen zum Ersatz von Knie- oder Hüftgelenken erteilt. Dies ist einem Händler zufolge ein positives Zeichen, nachdem der Aktienkurs des Chemie- und Pharmakonzerns zuletzt wegen guter Nachrichten zu dem Konkurrenz-Medikament Eliquis unter Druck geraten sei.
Der Experte Karl-Heinz Scheunemann von der Landesbank Baden-Württemberg empfiehlt die Bayer-Titel weiter zum Kauf. Sein Kursziel liegt bei 66,00 Euro. Mit Blick auf den US-Markt seien Wettbewerber wie Pfizer oder Boehringer bei der Entwicklung von Medikamenten mit einer ähnlichen Wirkung wie Xarelto noch nicht so weit wie die Leverkusener.
Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank hielt indes an seiner "Hold"-Einschätzung der Bayer-Aktien fest. Das Ziel lautet unverändert 57,00 Euro. Seiner Meinung nach könnte nun die Zuversicht der Marktteilnehmer steigen, dass Xarelto auch für das attraktivere Anwendungsfeld der Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern zugelassen wird.
Auch Analyst Norbert Barth von der WestLB hielt sich in seinem Votum etwas zurück und bewertete die Bayer-Aktien mit "Neutral". Ihm zufolge könnten sich die Umsatzschätzungen für den Einsatz von Xarelto auf dem Gebiet der Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern als zu optimistisch erweisen. Denn dort hätten die Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer bereits gute klinische Ergebnisse erzielt.
Zudem will das Tochterunternehmen Bayer CropScience mit einer Vergleichszahlung von mehr als einer halben Milliarde Euro an US-amerikanische Reisbauern einen jahrelangen Rechtsstreit um Genreis beenden. Bayer CropSciene hatte durch den Kauf einer US-Firma, die den Genreis testweise angepflanzt hatte, auch die Verantwortung für die Produkte übernommen. 2005 waren Spuren davon in Lieferungen von kommerziellem Langkornreis aus dem Süden der USA entdeckt worden.
Nun bietet die Bayer-Tochter allen US-Landwirten, die zwischen 2006 und 2010 Langkornreis angebaut haben, eine außergerichtliche Einigung an. Dafür stehen bis zu 750 Millionen Dollar bereit (derzeit 516 Millionen Euro). Wendorff beurteilte die Höhe der Ausgleichszahlung nur auf den ersten Blick als negativ, da Bayer seinen Berechnungen zufolge genug Rückstellungen für eine Einigung gebildet haben dürfte. Auch der LBBW-Experte Scheunemann und der Analyst Laurent Flamme von der französischen Investmentbank Cheuvreux äußerten sich diesbezüglich optimistisch./la/chs