(Neu: Analystenaussage von Merck Finck.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von E.ON <EOAN.ETR> haben am Mittwoch verhalten positiv auf Aussagen des Vorstandschefs Wulf Bernotat zur Geschäftsentwicklung des Versorgers reagiert. Eher belastend wirkte ein Artikel im "Handelsblatt" über die mögliche Höhe der von der EU-Kommission drohenden Geldbuße.
Bis 10.50 Uhr legten die Titel des Düsseldorfer Versorgers um unterdurchschnittliche 1,15 Prozent auf 25,51 Euro zu, während der Dax <DAX.ETR> um 1,58 Prozent auf 4.884,56 Zähler stieg.
Bernotat hatte der "Financial Times" (FT) gesagt, dass E.ONs Märkte voraussichtlich ihren Tiefpunkt im zweiten Quartal erreicht hätten. Zudem rechne er im nächsten Quartal wieder mit einer moderat steigenden Nachfrage nach Energie. Das "Handelsblatt" hatte nach einem Artikel des Nachrichtenmagazins "Spiegel" vor zwei Tagen nun unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass dem Konzern wegen unerlaubter Preisabsprachen eine Geldstrafe von einer halben Milliarde Euro drohen könnte.
Ein Händler sagte, dass die Aussagen von Bernotat in der FT im freundlichen Marktumfeld Auftrieb gäben. "Allerdings schwebt noch das Damokles-Schwert einer hohen Strafe durch die EU-Kommission in der kommenden Woche über E.ON", gab er unter Verweis auf die Artikel im "Spiegel" und dem "Handelsblatt" zu bedenken. Die Aktie sei indes gut unterstützt bei 25 Euro, und falls diese Unterstützung nicht halte, seien 24 Euro das nächste Ziel.
Ein weiterer Händler sagte: "Vor allem die Aussagen, dass ab dem dritten Quartal wieder mit einer anziehenden Energienachfrage gerechnet wird, dürfte leicht positive Auswirkungen haben." Auch er aber verwies auf ein "großes kurzfristiges Risiko" durch eine mögliche hohe EU-Strafe.
Analyst Theo Kitz von Merck Finck ging vor allem auf die im "Handelsblatt" genannte mögliche Höhe der Strafzahlung von bis zu 500 Millionen Euro ein und meinte: "Das wäre dann eine der höchsten Strafen, die die EU-Kommission jemals gegen ein Unternehmen verhängt hätte." Zwar sei es wahrscheinlich, dass E.ON dagegen vorgehen werde, doch die Strafe müsse erst einmal sofort gezahlt werden. Damit würde der Cashflow der Tochter Ruhrgas belastet, die unter anderem in neue Gasnetzwerke investieren müsse. Die Aussagen Bernotats in der FT hingegen hält Kitz für "sehr vage". Es fehle die Begründung, warum die Nachfrage nach Energie wieder steigen werde. Kitz hält die Einschätzung des E.ON-Chefs für "etwas zu optimistisch", insbesondere, da E.ON einen sehr hohen Anteil an Industriekunden habe und daher die Auswirkungen der Rezession besonders zu spüren bekomme./ck/gl