(Neu: Händlerkommentare sowie Analystenstimmen von Cheuvreux und Equinet) FRANKFURT (dpa-AFX) - Die
Aktien von
MAN haben am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten ins Plus gedreht. Börsianern zufolge hat im Handelsverlauf der überraschend gute Auftragseingang im ersten Quartal die Enttäuschung über das übrige, am Morgen vorgelegte Zahlenwerk in den Hintergrund gerückt. Auch die Charttechnik wurde für den Richtungswechsel ins Feld geführt.
Gegen 16.20 Uhr kletterten die Papiere des Nutzfahrzeug- und Motorenherstellers um 4,49 Prozent auf 69,80 Euro und zählten damit zu den gefragtesten Werten im Dax. Der Leitindex (DAX) stieg nur um 0,53 Prozent auf 6.116,73 Punkte.
AUFTRAGSEINGÄNGE FÜR LKWS ERHOLEN SICH DEUTLICH
Der Auftragseingang zog im Auftaktquartal an und übertraf die durchschnittliche Marktschätzung. Mit einem Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zum Vorquartal hätten die Ordereingänge für Lkws sich deutlich erholt und seine Erwartungen erfüllt, kommentierte Analyst Alexander Haissl von Cheuvreux. Auch der Konzernumsatz und der operative Gewinn hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen. Der Experte behielt sein "Outperform"-Votum für die Papiere von MAN bei. Das Kursziel beträgt weiterhin 66,00 Euro.
Auch die Analysten der Frankfurter Investmentbank Equinet beließen die Titel auf "Buy" mit einem Kursziel von 74,00 Euro. Während die Geschäftsentwicklung die Erwartungen erfüllt habe, hätten die Auftragseingänge sie deutlich übertroffen, schrieb Analyst Tim Schuldt in einer Studie. Seine über den Marktschätzungen liegenden Prognosen für 2010 würden dadurch untermauert.
ABWÄRTSTREND GEBROCHEN
Analyst Daniel Schwarz von der Commerzbank kündigte indes an, sein Votum sowie das Kursziel zu überprüfen. Die Zahlen zum ersten Quartal seien zwar gut, böten aber nach den Daten der Konkurrenten keine Überraschungen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sei besser als von ihm erwartet ausgefallen. Die durchschnittliche Analystenschätzung habe allerdings etwas höher gelegen. Er sehe ein gewisses Aufwärtspotenzial für seine bisherigen Jahresprognosen, fügte Schwarz hinzu. Ein weiterer Analyst wertete die Zahlen "eher neutral". Er betonte ebenfalls, dass die Quartalsbilanz nur wenig Überraschungspotenzial biete.
Schließlich begründete Thomas Nagel, technischer Analyst und Händler bei Equinet, den Schwenk der MAN-Aktien in die Gewinnzone mit dem guten Chartbild. Am späten Vormittag hätten die Titel leicht zugelegt und damit ihren am Montag begonnenen Abwärtstrend gebrochen. In der Folge sei es zu deutlichen Anschlusskäufen gekommen, hieß es./la/he