(neu: Analystenstimmen von der DZ Bank und der Landesbank Baden-Württemberg)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) haben am Donnerstag ins Minus gedreht. Zuletzt fielen die Papiere um 0,25 Prozent auf 101,30 Euro. Der Dax (DAX) tendierte zur gleichen Zeit behauptet. Im frühen Handel hatten Munich Re nach Jahreszahlen und positiven Aussagen zur Dividende noch überdurchschnittlich zugelegt.
Insgesamt fielen die Reaktionen auf die Zahlen bei Börsianern eher neutral aus. Ein Händler hob beim Blick auf "etwas bessere" Ergebnisse des Rückversicherers die Aussagen zu Dividende und Gewinnziel positiv hervor. Die Munich Re will die Dividende stabil bei 6,25 Euro je Aktie halten - eine Dividendenrendite von 6,15 Prozent. Der Ertrag war 2011 eingebrochen. Experten hatten jedoch mit einem stärkeren Gewinnrückgang gerechnet.
ERNEUERUNGSRUNDE POSITIV
Ein zweiter Börsianer äußerte sich wenig überrascht von der Dividende und hob neben dem Nettogewinn die in der jüngsten Erneuerungsrunde durchgesetzten Preiserhöhungen von rund zwei Prozent positiv hervor. Im Januar standen in der Sparte Nicht-Leben-Rückversicherung Vertragsverhandlungen über gut die Hälfte des gesamten Bestands an.
Analysten sahen in dem Zahlenwerk von Munich Re eine Bilanz mit Licht und Schatten. So schrieb der Experte Werner Schirmer von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die vorläufigen Quartalsergebnisse seien stark durchwachsen ausgefallen. Das Kapitalanlageergebnis etwa habe zwar unerwartet deutlich zugelegt, dabei habe offenbar jedoch die Realisierung von Kursgewinnen kräftig nachgeholfen.
'ERFREULICHER AUSBLICK'
Bei den Erstversicherungen habe der an den Prämien gemessene Schadens- und Verwaltungsaufwand die Marktschätzung deutlich verfehlt, fuhr der LBBW-Experte fort. Allerdings sei der Ausblick des Managements auf das laufende Jahr erfreulich, da der weltgrößte Rückversicherer für 2012 ein Gewinnniveau in der Höhe der Jahre vor 2011 anstrebt. Schirmer bewertet die Aktien derzeit mit "Halten" und einem Kursziel von 115,00 Euro.
Auch Thorsten Wenzel von der DZ Bank ist den Munich-Re-Papieren gegenüber neutral eingestellt. Sein Ziel aber liegt bei niedrigeren 104,00 Euro. "Der Jahresüberschuss fiel höher als gedacht aus", meinte der Analyst. "Allerdings scheinen hierzu zusätzliche Rückstellungsauflösungen und ein positiver Steuereffekt beigetragen zu haben." Dass die Münchener ihre Dividende konstant halten, sei ein Zeichen der Stärke.
'PROFITABILITÄT ENTTÄUSCHT'
Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research bezeichnete die Ergebnisse zum vierten Quartal als "unspektakulär". Insgesamt sei die Profitabilität für ihn enttäuschend ausgefallen. Zudem sei das Eigenkapital etwas weniger stark gewachsen als von ihm erhofft./la/edh