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23.05.2012 17:57

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AKTIE IM FOKUS 3: SAP nach Gebot für Ariba etwas schwächer

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    (Neu: Schlusskurse, Studien von Bernstein und der National-Bank)

 

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien von SAP haben am Mittwoch nach dem am Vorabend angekündigten Übernahmeangebot für den Cloud-Spezialisten Ariba nachgegeben. Zum Handelsschluss fielen sie um 0,90 Prozent auf 47,38 Euro. Zuvor waren sie aber zeitweise schwächster Indexwert gewesen und im Tief bis auf 46,355 Euro abgerutscht, bevor sich die Aktien dann etwas davon erholen konnten. Belastet von den erneuerten Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone lag der Leitindex Dax (DAX) deutlicher mit 2,33 Prozent im Minus.

 

    Laut einem Händler reagierten die Aktien mit den Verlusten auf die Offerte, durch die der ewige Kampf zwischen SAP und Oracle in eine neue Runde geht. SAP bietet 45 US-Dollar je Ariba-Aktie. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund 4,3 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro). "Investoren dürften sich nach solch einem großen Zukauf davor fürchten, dass SAP eine ähnliche Übernahmestrategie fährt wie Oracle", sagte ein Börsianer. Allerdings gab es auch einige Stimmen, die den Zukauf trotz einer als hoch angesehenen Bewertung etwas optimistischer einschätzten. Ein Börsianer sprach davon, dass es sinnvoll sei, dass SAP seine Position im Cloud-Bereich stärkt.

 

DZ BANK HÄLT GEGENGEBOT FÜR MÖGLICH

 

    Auch einige Analysten stimmten einen durchaus positiven Unterton an. Ein Experte betonte beispielsweise, dass Ariba ein eindrucksvolles Investment sei, über das er selbst schon mehrfach positiv berichtet habe. Insgesamt schätzt er den Schritt von SAP deshalb als "solide" ein. Eine hohe Bewertung sei wegen der marktführenden Stellung des US-Unternehmens gerechtfertigt. Damit SAP sich dabei aber einen echten Mehrwert schafft, müsse der Walldorfer Konzern die Produkte von Ariba erfolgreich bei seinen eigenen Kunden anbieten.

 

    Für seinen Kollegen Oliver Finger von der DZ Bank kommt der Schritt nach bisherigen Äußerungen des Managements nicht unerwartet. Überrascht sei er aber von der Geschwindigkeit, mit der SAP extern zu wachsen versucht. Er glaubt, dass Ariba eine gute strategische Ergänzung im Cloud-Sektor ist und bevorzugt das schnelle externe Wachstum in diesem boomenden Bereich. Ein mögliches Gegengebot wolle er jedoch nicht völlig ausschließen, da Ariba ein strategischer Spieler im Bereich der Cloud-Anwendungen sei. Sein Votum für SAP bleibt auf "Buy".

 

LBBW: LÜCKE ZUM CLOUD-ZIEL SCHLIESST SICH

 

    Für Michael Briest von der UBS passt der Cloud-Spezialist strategisch sehr gut zu SAP. Die Walldorfer zahlten einen nicht ganz so hohen Aufschlag wie bei zurückliegenden Zukäufen. Preiswert sei Ariba aber trotzdem nicht, fügte er hinzu und blieb für die SAP-Aktie auf "Neutral" mit einem Ziel von 56,00 Euro. Die JPMorgan-Kollegin Stacy Pollard sieht den Hauptvorteil der Transaktion darin, dass SAP seinen rund 190.000 Kunden den Zugang zum Netzwerk des Anbieters von cloud-basierten Management-Lösungen ermöglichen könne. Die Papiere der Softwareschmiede schätzt sie weiterhin mit "Overweight" ein.

 

    Analyst Mirko Maier von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zielte ebenfalls auf eine hohe Bewertung des Zukaufs ab. SAP habe es sich aber zum Ziel genommen, im Jahr 2015 zwei Milliarden Euro durch Cloud-Dienste zu erwirtschaften. Nach seiner Hochrechnung fehle zu diesem Ziel noch knapp eine Milliarde und mit Ariba beginne sich diese Lücke nun zu schließen. Das Urteil von Maier lautet weiterhin auf "Halten" mit Ziel 46,00 Euro.

 

MEHRERE POSITIVE FAKTOREN

 

    Laut Analyst Mark Moerdler von Bernstein Research ist der Zukauf für beide Seiten positiv und die Integration des Cloud-Spezialisten sollte zu einem symbiotischen Verhältnis führen, schrieb Analyst Mark Moerdler in einer Studie vom Mittwoch. SAP stärke hiermit seine Position in den beiden Wachstumsfeldern Cloud sowie Datenbanken und dürfte sich durch die Akquisition zudem ein enormes Umsatzplus im Softwaregeschäft verschaffen. Auch der Experte Steffen Manske von der National-Bank sieht in der geplanten Übernahme mehrere positive Faktoren. Hierzu gehörten das erweiterte Angebot für die eigenen Unternehmenskunden, die Erschließung neuer Kundenkreise sowie die Kompetenzerweiterung für SAP./la/he

 

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