18.01.2013 18:11
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AKTIE IM FOKUS 3: ThyssenKrupp schließt schwach - Steel Americas und HV im Fokus

    (neu: Schlusskurse, Analystenkommentare der Deutschen Bank und Credit Suisse.)

 

    FRANKFURT (dpa-AFX) - ThyssenKrupp haben am Freitag nach einem Bericht über die Reaktion des Stahlkonzerns auf die Offerten für Steel Americas schwach geschlossen. Daneben richtet sich der Blick auf die am Abend noch andauernde Hauptversammlung des Stahlkonzerns, bei der verärgerte Aktionäre den Aufsichtsrat um Chefkontrolleur Gerhard Cromme wegen Milliardenverlusten heftig attackierten. Bis Handelsschluss fielen die Papiere um 1,82 Prozent auf 18,065 Euro und waren damit der zweitschwächste Wert im Dax (DAX). Dieser verlor 0,43 Prozent.

 

    Laut "Handelsblatt" (HB) ist der Industrie- und Stahlkonzern unzufrieden mit den Angeboten für seine amerikanischen Stahlwerke und "hat daher die Interessenten aufgefordert, ihre Offerten nachzubessern", zitiert die Zeitung aus Verhandlungskreisen. Die Essener wollen mit dem Verkauf mindestens den Buchwert von 3,9 Milliarden Euro (rund 5,2 Milliarden US-Dollar) erlösen. Am Vortag hatte das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, dass ArcelorMittal 1,5 Milliarden Dollar für das Stahlwerk im US-Bundesstaat Alabama bietet. Zudem habe der brasilianische Konzern CSN eine Offerte von 3,8 Milliarden Dollar für das US-Werk sowie für einen Mehrheitsanteil an dem ThyssenKrupp-Werk in Brasilien abgegeben.

 

DEUTSCHE BANK BLEIBT BEI 'HOLD'

 

    Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel hält höhere Angebote durchaus für möglich. Das gelte insbesondere, da die Finanzkraft von ArcelorMittal nach der jüngsten Kapitalerhöhung gestiegen sei. Sollte ThyssenKrupp insgesamt vier Milliarden Euro statt der von ihm geschätzten 3,5 Milliarden Euro erhalten, könnte das Kursziel um einen Euro steigen. Das aktuelle Kursziel lautet 21,00 Euro und die Einstufung "Buy".

 

    Die Deutsche Bank hält nach den Presseberichten an ihrer "Hold"-Einstufung mit einem Kursziel von 19,00 Euro fest. Das angebliche Gebot läge etwas höher als von ihm geschätzt, schrieb Analyst Bastian Synagowitz in einer Studie ThyssenKrupp dürfte demjenigen Bieter mit dem höheren Cash-Angebot den Vorzug geben und das Werk komplett abstoßen, so der Experte.

 

CREDIT SUISSE RÄT WEITER ZUM KAUF

 

    Auch Analyst Michael Shillaker von der Credit Suisse lässt seine gegenwärtige Einstufung ("Outperform") und das Kursziel (25,00 Euro) unverändert. Der Stahlkonzern habe nach dem offensichtlich vor dem Abschluss stehenden Verkauf des Stahlgeschäfts in Amerika weitere Jahre voller kurstreibender Veränderungen vor sich, schrieb er in einer Studie. In diesem Jahr dürfte noch die für Mai erwartete Überprüfung des Geschäfts sowie die wirtschaftliche Erholung den Kurs treiben. Darauf folgten dann die wertsteigernde Wiederanlage der Einnahmen aus den Beteiligungsverkäufen sowie die Transformation des Konzerns von einem Konglomerat hin zu einem Technologieunternehmen./mis/rum/sf/he

 

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