PARIS (dpa-AFX) -
Aktien von Business Objects sind am Montag nach Aussetzung im frühen Handel mit einem Kurssprung gestartet. Europas größter Softwarehersteller SAP will den französischen Anbieter von Finanzinformations-Software für 4,8 Milliarden Euro oder 42 Euro je
Aktie übernehmen. Papiere von Business Objects verteuerten sich bis 11.40 Uhr um 17,17 Prozent auf 41,01 Euro, während der französische Leitindex CAC-40 sich mit plus 0,02 Prozent auf 5.844,59 Punkte kaum veränderte.
SAP zahle vor allem mit Blick auf die Gewinnwarnung eine hohe Prämie, sagten Analysten. Der französische Softwareanbieter hat am Sonntagabend für das jüngst beendete dritte Quartal eine Umsatz- und Gewinnwarnung ausgegeben. Der Umsatz dürfte zwar von 310 Millionen Dollar vor einem Jahr auf 366 bis 370 Millionen Dollar steigen, bislang wurden allerdings 382 bis 387 Millionen Dollar angepeilt. Vor diesem Hintergrund kalkulierten einige Anleger wohl eine mögliche Reduzierung des Gebotspreises ein, so ein Börsianer mit Blick auf den unter 42 Euro liegenden Börsenkurs. Eine weitere Unsicherheit bestehe in der Bedingung, dass eine Annahmequote von mindestens 50,01 Prozent erzielt werde.
"Der Gebotspreis ist ziemlich hoch", sagte Analyst Brice Francois Thebaud von Aurel Leven. Er entspreche einen Aufschlag von etwa 30 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis der vergangenen dreißig Tage. Auch die Experten von Natixis sehen den Gebotspreis positiv für Papiere von Business Objects: Bislang sei am Markt über eine Offerte in Höhe von 37 Euro spekuliert worden.
CM-CIC Securities will sogar Gegenangebote von IBM , Microsoft , Hewlett-Packard (HP) oder Oracle nicht ausschließen, was den Preis auf 45 bis 48 Euro treiben könnte. Zur Begründung wurde angeführt, dass Business Objects ein strategisches Ziel darstelle. Der Zukauf bringe SAP Zugang zu einer großen Anzahl von Kunden aus dem Mittelstand und von Oracle. Zudem ermögliche er die Marktführerschaft in weiteren Softwarebereichen. Thebaud sieht die Vorteile für SAP kritischer. So würden 30 Prozent der Umsätze von Business Objects ohnehin über die SAP-Plattform generiert./ag/gl