FRANKFURT (dpa-AFX) - SAP sind am Montag nach der Übernahme der französischen Business Objects unter Druck geraten. Die Anteile an Europas größtem Softwarehersteller rutschten gegen 10.35 Uhr am DAX-Ende um 6,03 Prozent auf 39,12 Euro ab. Das deutsche Leitindex gab gleichzeitig um 0,13 Prozent auf 7.992,08 Punkte nach. SAP übernimmt Business Objects für 4,8 Milliarden Euro oder 42 Euro je Aktie.
"Business Objects hat am Morgen vor enttäuschenden Lizenzverkäufen gewarnt und zeigte sich unzufrieden mit dem dritten Quartal - das schlägt nun negativ auf SAP durch", hieß es von einem Börsianer. Ohnehin sei der Kaufpreis relativ hoch, sagte ein Händler. Der Zukauf sei insofern ein schlechtes Signal, dass SAP nun offenbar nicht mehr ausreichend organisch wachse, sondern doch zukaufe. Zudem komme SAP traditionell als übernehmendes Unternehmen unter Druck.
Einige Händler äußerten sich aber auch positiv zu der Übernahme, die strategisch sinnvoll sei. Zuvor sei SAP dafür kritisiert worden, dass sie keine Zukäufe tätigen, nun würden sie für einen Zukauf abgestraft. Allerdings drücke auch die verhaltene erste Reaktion von Analysten auf die Stimmung. So stufte Exane BNPParibas SAP wegen der Übernahme von "Outperform" auf "Neutral" ab.
UniCredit-Analyst Knut Woller sprach unterdessen von einem relativ hohen Übernahmepreis. Im Vergleich zu den jüngsten Transaktionen im Softwaresektor sei Business Objects deutlich höher bewertet worden als der Durchschnitt. Dabei zeige das Übernahmeangebot eine klare Veränderung in der Strategie von SAP mit Blick auf Übernahmen. Bisher habe SAP lediglich Technologie zukaufen wollen, nun wollten die Walldorfer mit der Übernahme wachsen. Woller bewertet die Aktien von SAP mit "Buy" und nennt ein Kursziel von 51,25 Euro./fat/gl