FRANKFURT (dpa-AFX) -
Aktien der Deutschen Telekom <DTE.ETR> haben am Montag nach einem Zeitungsbericht überdurchschnittlich zugelegt. Der nach Umsatz weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone <VOD.ISE> <VOD.FSE> wolle die britische Mobilfunktochter des deutschen Telekommunikationskonzerns übernehmen, heißt es in der "Financial Times" (FT). Gegen 13.00 Uhr verteuerte sich die T-Aktie um 2,07 Prozent auf 8,400 Euro. Der deutsche Leitindex
Dax <DAX.ETR> stieg zeitgleich um 1,27 Prozent auf 4.837,09 Zähler. Vodafone zeigten sich in London gut behauptet. Die Briten erwägen laut FT ein Angebot für T-Mobile UK oder die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem deutschen Wettbewerber. Sollte Vodafone den Konkurrenten kaufen, würde das Unternehmen mit 40 Prozent Marktanteil die Nummer eins im britischen Mobilfunkmarkt. Das Geschäft könnte aber von den Wettbewerbsbehörden blockiert werden. "T-Mobile UK ist eines der Sorgenkinder der Telekom, so dass der Markt es begrüßen würde, wenn ein Verkauf möglich wäre", sagte ein Händler. Dem pflichtete ein anderer Händler bei, gab aber zu bedenken, dass die positiven Ergebnisse aus einer Veräußerung nur kurzlebiger Natur wären. "Im ersten Quartal hat die Sparte sich zwar leicht negativ auf den Free Cash Flow (FCF) ausgewirkt, aber normalerweise leistet sie einen positiven Beitrag", sagte er. 2008 habe T-Mobile UK schätzungsweise 480 Millionen Euro oder sieben Prozent zum FCF beigesteuert. Ein Verkauf würde daher die künftigen FCF-Perspektiven beeinträchtigen. Bisher habe er erst für das kommende Jahr eine Entscheidung für oder wider einen Verkauf von T-Mobile UK erwartet, da unter einem neuen Management zuerst eine Margenverbesserung das Ziel sein sollte, schrieb Analyst Adrian Pehl von equinet. Der von der FT geschätzte Unternehmenswert von drei bis vier Milliarden Euro wäre positiv für die Telekom, falls er als Verkaufspreis realisiert würde. Allerdings sei unklar, inwieweit die Netzwerk-Absprachen mit dem Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa in Großbritannien ins Bild passten und ob diese einem möglichen Zusammenschluss Grenzen setzten. Auch wettbewerbsrechtliche Hürden könnten ein Problem werden. Pehl blieb daher beim Anlageurteil "Reduce" sowie dem Ziel von 7,20 Euro. DZ-Bank-Analyst Joeri Sels schrieb, "auch wir erwarten mittelfristig eine 'Lösung' für das kränkelnde britische Geschäft und würden eine Konsolidierung im britischen Mobilfunkgeschäft begrüßen". Allerdings erwirtschafte die Telekom nur fünf Prozent ihres Gruppenumsatzes in dieser Region, was die Bedeutung eines solchen Schrittes für den Bonner Konzern relativiere. "Die Nachricht wäre gut, aber nur mittelmäßig relevant", fasste Sels zusammen und beließ die
Aktie auf "Verkaufen". "Wir halten die Verkaufsabsichten seitens der Telekom für plausibel", heißt es bei Independent Research. Eine Konsolidierung des hart umkämpften britischen Mobilfunkmarktes hält Analyst Rossen Koev für wahrscheinlich. Allerdings werde sich ein Verkauf der defizitären britischen Mobilfunktochter zur Zeit schwierig gestalten. Die Einstufung für die T-Aktie bleibe daher "Akkumulieren" mit einem Kursziel von 9,00 Euro. Analyst Frank A. Rothauge von Sal. Oppenheim sieht die Aktie derzeit durch das angebliche Vodafone-Interesse an der Tochter gestützt. "Wegen der hohen wettbewerbsrechtlichen Risiken würden wir aber nicht darauf wetten, dass die Transaktion zustande kommt", warnte er. Nichtsdestotrotz bewerte er die Aktie des deutschen Telekommunikationsunternehmens angesichts des attraktiven Kurses sowie der sehr hohen Dividendenrendite mit einem klaren "Buy"./gl/ag