FRANKFURT (dpa-AFX) -
United Internet haben am Dienstag nicht von der Zahlenvorlage profitieren können. Gegen 10.50 Uhr büßten die Titel des Internetdienstleisters 3,45 Prozent auf 12,305 Euro ein. Damit gaben sie noch stärker nach als der
TecDax (
TecDAX), der zeitgleich um 2,75 Prozent auf 735,91 Punkte nachgab. United Internet hat dank des Verkaufs seiner Anteile an dem verlustbringenden Internetanbieter Versatel seinen Gewinn gesteigert. Beim Umsatz knackte die Konzernmutter von 1&1, GMX und Web.de im ersten Halbjahr die Marke von einer Milliarde Euro und traut sich für das Gesamtjahr nun etwas mehr zu als bislang. Sowohl im Mobilfunkgeschäft als auch im internationalen Anwendungsgeschäft gewann die Gesellschaft neue Kunden hinzu und steigerte die Erlöse. Hohe Marketing- und Vertriebskosten drückten aber auf die operative Marge. WESTLB LOBT 'SOLIDE OPERATIVE ZAHLEN' Börsianer lobten vor allem die Gewinnentwicklung und den Ausblick. Analyst Wolfgang Specht von der WestLB sprach von 'soliden operativen Zahlen' für das zweite Quartal. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) liege ungeachtet hoher Marketing-Aufwendungen, die auf die Margen gedrückt hätten, rund sieben Prozent über den Konsenserwartungen. Specht geht weiterhin davon aus, dass neue Produkte und Märkte die Umsatz- und Margenentwicklung ab 2012 ankurbeln sollten. Dazu sei die
Aktie mit Blick auf die operativen Gewinnschätzungen für die kommenden drei Jahre nicht hoch bewertet. Der Analyst beließ die Einstufung der auf "Add" mit einem Kursziel von 16,00 Euro. Die italienische Großbank Unicredit bewertet die Aktie weiter mit "Buy" und einem Ziel von 14,50 Euro. Der Konzern habe starke Kennziffern vorgelegt, gepaart mit der Ankündigung eines massiven Investitionsprogramms, schrieb Analyst Thomas Friedrich. EQUINET MONIERT KOSTSPIELIGE AKQUISE NEUER KUNDEN Etwas kritischer äußerte sich Equinet-Analyst Adrian Pehl. Zwar habe der Umsatz seine und die Konsensschätzungen übertroffen, und auch die Gewinne hätten sich günstig entwickelt. Allerdings werde die Gewinnung neuer Kunden scheinbar kostspielig für das Unternehmen, das in die Akquise mehr Geld als erwartet investieren wolle. Pehl beließ die Aktie zunächst auf "Accumulate" mit einem Ziel von 15,00 Euro. In einem saisonal üblicherweise schwachen Quartal habe die Zahl der Neukunden im Mobilfunkgeschäft ihre Schätzung übertroffen, lobte Commerzbank-Analystin Heike Pauls. Der Umsatz sei auf Konzernebene etwas besser ausgefallen, das operative Ergebnis (EBITDA) habe die Erwartungen wegen eines Einmaleffekts besonders deutlich übertroffen. Das Aufwärtspotenzial für die Papiere hält sie jedoch für begrenzt. Sie bewertet die Aktie weiterhin mit "Add", senkte aber das Kursziel von 15,50 auf 14,00 Euro. Goldman Sachs nahm ohne Bezugnahme auf die Zahlen das Ziel von 14,40 auf 14,00 Euro zurück und beließ die Einstufung auf "Neutral". Wegen der Konjunkturrisiken in den Industriestaaten habe er die Bewertungsmultiplikatoren für die betreffenden Sparten der Telekom-Unternehmen reduziert, schrieb Analyst Hugh McCaffrey in einer Branchenstudie./gl/ag