AKTIEN IM FOKUS: Autowerte sehr schwach - US-Absatzzahlen, Credit Suisse
FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - An den europäischen Börsen haben am Donnerstag Autowerte wie Volkswagen (VW) <VOW.ETR> <VOW3.ETR>, Renault <PRNO.PSE> <RNL.FSE> und PSA Peugeot Citroen <PUG.PSE> <PEU.FSE> zu den größten Verlierern gehört. Bis 12.30 Uhr sackte VW-Stämme um 4,07 Prozent auf 238,12 Euro ab, Renault fielen um 3,71 Prozent auf 25,85 Euro zurück und Peugeot verbilligten sich um 3,33 Prozent auf 18,45 Euro. Zeitgleich gab der pan-europäische
Eurostoxx 50 <SX5P.DJX> 1,14 Prozent auf 2421,75 Zähler ab.
Auf dem zuletzt katastrophalen US-Automarkt gibt es erste Lichtblicke bei noch viel Schatten: Im Juni ging der Autoabsatz insgesamt um 28 Prozent zurück – das war der schwächste Rückgang in neun Monaten. Laut Autobauern weisen die Zahlen zwar auf etwas mehr Stabilität in der Wirtschaft hin, der Wendepunkt für den Markt sei aber noch nicht erreicht.
Zudem senkte Credit-Suisse-Analyst Stuart Pearson nach der zuletzt kräftigen Kurserholung sein Sektor-Rating von "Overweight" auf "Market Weight". Für die Papiere von Renault <PRNO.PSE> <RNL.FSE> hob er zwar das Kursziel von 14,00 auf 23,00 Euro an, beließ aber die Einstufung auf "Underperform". Renault profitiere hauptsächlich von der Kursrally der Beteiligung Nissan <NJQ.SQ1> <NISA.FSE>, schrieb Pearson in einer Studie. Im historischen Vergleich seien die Papiere zwar immer noch günstig. Dies sei angesichts der Überkapazitäten aber gerechtfertigt. Außerdem werde 2010 ein schwieriges Jahr, weil die Abwrackprämien in verschiedenen Staaten bis dahin auslaufen. Vor allem die Renault-Tochter Dacia werde hierunter leiden. Außerdem müsse mit starken Kürzungen bei den Investitionen gerechnet werden, wodurch man langfristig im Wettbewerb zurückfalle.
Für die Aktien von Peugeot senkte Pearson das Kursziel von 26,00 auf 23,00 Euro gesenkt, beließ aber die Einstufung auf "Outperform". Peugeot verfüge über die größten Chancen bei einem Strategiewechsel im Sektor, da das Unternehmen zunehmend offen für Allianzen sei, schrieb der Experte in der Branchenstudie.
Commerzbank-Abnalyst Daniel Schwarz schrieb in einer Branchenstudie, in den USA sei keine schnelle Erholung der Autonachfrage erkennbar. Im Juni seien die Absätze gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent schwächer gewesen und gegenüber dem Vormonat nochmals leicht gesunken./rum/gl