11.06.2012 10:53
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AKTIEN IM FOKUS: Bankaktien erleben Kursfeuerwerk dank Spanien-Finanzhilfe

    PARIS/FRANKFURT/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Bankenaktien haben am Montag dank der Finanzhilfen ein regelrechtes Kursfeuerwerk erlebt. Insbesondere die spanischen Branchenvertreter profitierten davon, dass Spanien am Wochenende dem internationalen Druck nachgegeben hatte und als viertes Land der Eurozone unter den europäischen Rettungsschirm geflüchtet war. Zur Lösung seiner Bankenkrise kann Madrid auf Notkredite von bis zu 100 Milliarden Euro bauen.

 

    Besonders deutlich sprangen die spanischen Bankentitel an: Aktien der BBVA (Banco Bilbao Vizcaya Argentaria) und Santander (Banco Santander Central Hispano) zogen zuletzt um 6,46 respektive 5,14 Prozent an. Damit belegten sie die Plätze zwei und drei im 2,44 Prozent festeren Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50). Für die deutschen Branchenvertreter Deutsche Bank und Commerzbank ging es um 3,35 beziehungsweise 3,75 Prozent hoch, während der Dax (DAX) um 2,09 Prozent vorrückte. Auch an den freundlichen Börsen der Nicht-Euro-Mitglieder Großbritannien und Zürich gehörten Titel wie Lloyds Banking Group, Barclays und Credit Suisse (Credit Suisse Group (CS Group) (N)) zu den Favoriten der Anleger. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks führte mit plus 3,37 Prozent die europäische Branchenübersicht an.

 

EXPERTEN BLEIBEN VORSICHTIG - ITALIEN NÄCHSTER KANDIDAT?

 

    Die Experten von Goldman Sachs halten die geplanten 100 Milliarden Euro Finanzhilfen für Spanien für ausreichend. Dies decke die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ermittelte Kapitallücke um das 2,5-fache. Gleichwohl sei mit der Zahlung an Spanien an Stelle einer direkten Bankenhilfe die Gelegenheit verpasst worden, mit der unmittelbaren Abhängigkeit des Staates von der Kapitalisierung seiner Banken zu brechen. Die systemischen Risiken blieben hoch. Auch die Deutsche Bank äußerte sich verhalten. Vor der Branche liege ein unbekannter Weg, der schwer vorherzusehen sei, heißt es in einem aktuellen Kommentar. Das größte Risiko sei die wirtschaftliche Lage Spaniens. Ungeachtet der möglichen kurzfristigen Erleichterung blieben die Experten daher vorsichtig.

 

    Von Händlern hieß es, die Finanzhilfen seien unter dem Strich gut für Spanien. Sie wirkten sich angesichts der günstigen Bewertung nach dem Ausverkauf seit März und des Umfangs der Hilfen auch psychologisch positiv auf die Branchentitel aus. Allerdings stünden Spanien und die Peripherie der Eurozone insgesamt vor noch größeren Problemen wie dem schwachen Wirtschaftswachstum und der staatlichen Überschuldung. Für die Refinanzierung der spanischen Kreditinstitute könnte der Rettungsfonds ESM groß genug sein, wobei noch nicht geklärt, woher genau die Hilfen kommen sollten. Zudem sei unklar, wie hilfreich ein solches Vorgehen in Italien wäre, wo der aufgeblähte Staatsapparat eher ein Problem wäre als eine platzende Immobilienblase. Die geplanten Maßnahmen für Spanien seien wohl ein Schritt in die richtige Richtung. Zur notwendigen fiskalischen Harmonisierung der Eurozone sei es aber noch ein weiter Weg, so das abschließende Fazit.

 

    Auch Börsenbrief-Autor Hans Bernecker sieht Italien als potenziell nächsten Kandidaten für Finanzhilfen. "Ob dies allerdings eine wirklich akute Frage ist, wird sich demnächst stellen", schrieb er in seinem täglichen Börsenbrief "AB-Daily". "Denn Italiens Banken sind nicht im Immobiliengeschäft engagiert, sondern größter Käufer von Staatsanleihen. Damit stellt sich die Italien-Frage sehr viel anders."

 

    Die Titel der Schweizer UBS gewannen im Sog der positiven Branchenentwicklung 2,33 Prozent, obwohl die Schweizer laut einem Pressebericht die US-Technologiebörse Nasdaq für einen Verlust von 350 Millionen Dollar durch technische Pannen beim Facebook-Börsengang (Facebook) verantwortlich machen. Ein Verlust in dieser Höhe bei nur einer Bank würde drastisch über die bisherigen Schadenschätzungen von insgesamt 100 bis 200 Millionen Dollar hinausgehen./gl/rum

 

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18.01.2017Deutsche Bank ReduceCommerzbank AG
13.01.2017Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
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