ZÜRICH/LONDON/PARIS (dpa-AFX) - Europäische Pharmawerte wie die Roche Holding (
Roche), Sanofi-Aventis
(Sanofi-Aventis) und GlaxoSmithKline haben am Montag europaweit zu den stärksten Werten gehört. Sorgen um eine weltweite Grippeepidemie nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko helfen laut Händlern vor allem den europäischen Impfstoffherstellern, die als potenzielle Profiteure gelten. Gegen 11.20 Uhr gewannen Roche um 3,80 Prozent auf 144,90 Schweizer Franken hinzu. Der Schweizer Konzern prüft wegen der drohenden Pandemie nach dem Ausbruch eines neuen Schweinegrippe-Virus in Mexiko und den USA eine Produktionssteigerung seines Grippemittels Tamiflu. GlaxoSmithKline gewannen 2,39 Prozent auf 1.030 Pence hinzu. Neben Roche gelte die britische GlaxoSmithKline mit seinem Mittel Relenza als der größte Profiteur einer weltweiten Pandemie, hieß es am Markt. Sanofi-Aventis verteuerten sich um 1,04 Prozent auf 41,135 Euro. Zeitgleich sackte der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 um 1,74 Prozent auf 2.279,45 Zähler ab.
Nach Darstellung der Bank Vontobel ist die Ausbreitung der Schweinegrippe in Mexiko, wobei die WHO den neuen Virus als Pandemiepotenzial einstufe, eine positive Nachricht für Roche. Ersten Anzeichen deuteten darauf hin, dass die Grippemedikamente Tamiflu - sowie Relenza von GSK - gegen den Erreger wirkten. Die zuständige US-Behörde habe 12 Mio Dosierungen aus dem Staatsbestand zur Bekämpfung der potenziellen Pandemie herausgegeben. Die Vontobel-Analysten weisen darauf hin, dass der Aktienkurs von Roche im Vorfeld der öffentlichen Ausgaben zur Pandemievorsorge stark anstieg, als als die Angst vor der Vogelgrippe im 4. Quartal 2005 einsetzte. In den Jahren 2006 und 2007 verkaufte Roche Tamiflu im Wert von 4 Milliarden Franken an verschiedene Regierungen. Die Analysten der Bank haben noch keine Umsatzerwartungen mit Bezug auf erneuerte Staatsausgaben für die Pandemievorsorge berechnet.
"Natürlich besteht ein vermeintlicher Vorteil und wahrscheinlich gibt es auch einen tatsächlichen, aber mit Sicherheit keinen, wie wir ihn bei der Vogelgrippe gesehen haben", sagte Jeff Holford, Branchenanalyst Jefferies.
"Die Unternehmen, die einen möglichen Impfstoff in ihrer Pipeline haben, dürften an einem Tag wie heute zu den Gewinnern gehören", sagte ein weiterer Analyst. "Die Stimmung gegenüber Pharmawerte ist dann grundsätzlich positiv."/rum/sf