DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die HSBC hat
IVG Immobilien nach einer angekündigten Kapitalerhöhung von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 4,00 auf 3,30 (Kurs: 2,477) Euro gesenkt. Auf Basis des wegen der Kapitalmaßnahme angepassten Kursziels habe die
Aktie nicht mehr genügend Potenzial für ein "Overweight"-Votum, schrieb Analyst Thomas Martin in einer Studie vom Donnerstag. Die Immobiliengesellschaft stabilisiere sich zwar, sei aber stark auf Gewerbeimmobilien ausgerichtet. Er ziehe daher die
Aktien des mehr auf Wohnimmobilien fokussierten Konkurrenten Deutsche Wohnen AG (
Deutsche Bank) vor.
Mit der zweiten Kapitalerhöhung in diesem Jahr scheine die Umstrukturierung von IVG kein Ende zu nehmen, so der Experte weiter. Nachdem jüngst erst wichtige Kreditlinien verlängert worden seien, komme der Schritt zwar etwas überraschend. Allerdings mache das Unternehmen damit einen großen Schritt vorwärts bei der Reduzierung der Risiken durch auslaufende Kredite. IVG gehöre zu den am höchsten verschuldeten Immobilienunternehmen in Europa und deshalb sei die nächste Kapitalerhöhung nur eine Frage der Zeit gewesen, meinte Martin.
Der Brutto-Emissionserlös in Höhe von 145 Millionen Euro sei vor allem für den Bau von weiteren Kavernen zur Lagerung von Öl und Gas gedacht, was die Hauptquelle für den Cashfllow des Unternehmens und ein wichtiger Bestandteil von dessen Entschuldungsstrategie sei. Lediglich ein kleiner Teil von 5 bis 15 Prozent solle zur Finanzierung von Co-Investments wie etwa dem "Silberturm" in Frankfurt dienen.
Entsprechend der Einstufung "Neutral" erwartet HSBC, dass der Aktienkurs innerhalb von zwölf Monaten im Einklang mit der erwarteten Marktentwicklung abschneiden wird./msx/tih
Analysierendes Institut HSBC Trinkaus & Burkhardt.