LONDON (dpa-AFX) - Die US-Bank Morgan Stanley hat wegen gestiegener Konjunkturrisiken inzwischen eine negativere Einschätzung zu
Aktien aus dem europäischen Immobiliensektor. Er lege nun einen höheren Risikoabschlag auf den Substanzwert für die Unternehmen der Branche zugrunde, schrieb Analyst Bart Gysens in einer Sektorstudie vom Mittwoch. Deutlich zeigten sich seine Änderungen bei den weiterhin mit "Underweight" beurteilten Aktien von
IVG Immobilien, deren Kursziel der Experte von 5,80 auf 2,60 (Kurs: 2,523) Euro gesenkt und damit mehr als halbiert hat.
Gysens rechnet bei Immobilien mit einer rückläufigen Bewertung. Besonders spürbar dürften die Auswirkungen in Großbritannien sein, so der Experte. Neben der Kürzung der Kursziele stufte er deshalb die Aktien der beiden britischen Immobilienunternehmen British Land und Land Securities um gleich zwei Stufen auf "Underweight" ab.
Allerdings sollten sich die Belastungen insgesamt in Grenzen halten, da es an ergiebigeren Alternativen zum Immobilienbesitz fehle. Aktien aus dem Sektor sollten sich deshalb in einem negativen Realzinsumfeld gut behaupten können. Seine Einschätzung für die Branchentitel könnte zudem positiver werden, falls die Sorgen hinsichtlich der Konjunktur und der Staatsschuldenproblematik in einigen Ländern nachließen oder eine neue Runde lockerer Geldpolitik eingeläutet werde.
Zu seinen "Top Picks" in der Branche zählt er in Deutschland die Papiere von Deutsche Wohnen und GSW Immobilien , die mit "Overweight" eingestuft sind. Aus Frankreich schätze er ferner die Titel von Unibail-Rodamco , deren Votum er auf "Overweight" anhob.
Gemäß der Einstufung "Overweight" erwartet Morgan Stanley einen überdurchschnittlichen Gesamtertrag der Aktie im Vergleich zu den anderen von der Bank beobachteten Werten derselben Branche. Eingestuft mit "Underweight" erwartet Morgan Stanley dagegen einen unterdurchschnittlichen Gesamtertrag der Aktie. Zugrunde gelegt wird ein Zeitraum zwischen zwölf und 18 Monaten./tih/ck
Analysierendes Institut Morgan Stanley.