LONDON (dpa-AFX) - Merrill Lynch hat sich am Montag positiv zu europäischen Versorgeraktien geäußert. Analyst Eric Lopez und seine Kollegen sprachen in einer Branchenstudie von einer Verbesserung des Marktumfelds nach dem Nuklearunfall in Japan wegen des Erdbebens und der folgenden Tsunami-Welle. Die Gaspreise dürften nämlich kräftig anziehen und der Abstand zwischen
Öl und Gas dürfte sich verringern - das wirke positiv auf den Sektor, meinte das Analystenteam. Auch die Kohlemärkte seien positiv für europäische Versorger im Ganzen.
Entsprechend hob Merrill Lynch die Ergebniserwartungen für den Sektor in den kommenden drei Jahren an. Von 2011 bis 2013 rechnen die Analysten mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum beim Gewinn je Aktie von 8,8 Prozent. Das Haus liegt nun erstmals seit 2008 über der durchschnittlichen Markterwartung, wie aus der aktuellen Branchenstudie hervorgeht. Die Experten sehen den Sektor nun positiver.
Allerdings ist das Analystenteam skeptisch für RWE und Eon , wie die Einstufungen "Underperform" beziehungsweise "Neutral" zeigen. Zusammen mit den Aktien von Electricite de France (EdF) und Verbund werden die deutschen Versorger auf der "Least Preferred"-List geführt. Das Eon-Ziel von Merrill Lynch liegt bei 21,00 Euro, bei RWE rechnen die Experten mit 41,50 Euro je Aktie. Als "best picks" nennen die Analysten Fortum, GDF Suez , Enel, SSE, IPR und EDPR.
Gemäß der Einstufung "Neutral" geht die Investmentbank Merrill Lynch davon aus, dass der Wert der Aktie innerhalb der nächsten zwölf Monate nach einer Bewertungsänderung sich kaum ändern oder nur leicht steigen dürfte. Die mit "Underperform" eingestuften Aktien sind laut Merrill Lynch die unattraktivsten in ihrem Bewertungshorizont./fat/la
Analysierendes Institut Merrill Lynch & Co.