WIEN (APA/dpa-AFX) - Die Lufthansa (
Deutsche Lufthansa) will bis zur kommenden Aufsichtsratssitzung ihrer österreichischen Tochter Austrian Airlines (AUA) am 5. April eine Einigung mit der AUA-Belegschaft über das Personalkosten-Sparpaket auf dem Tisch liegen haben. AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard zeigte sich überzeugt, dass man es schaffen werde, ein vernünftiges Paket abzuschließen. "Unser Angebot steht, wir arbeiten daran. Wenn es eine Woche länger dauert, wird das kein Beinbruch sein", sagte Minhard am Mittwochabend in einer ORF-Radiodiskussion. Andernfalls erfolgt der Betriebsübergang auf die Regionaltochter Tyrolean mit deren billigerem Kollektivvertrag. Die Lufthansa - die die schwer defizitäre AUA gerade mit 140 Millionen Euro rekapitalisieren muss - will nicht länger warten.
Die Lufthansa habe bei Fehlentscheidungen sehr lang zugeschaut, sagte Minhard. Ein ganzes Jahr sei nach dem Absprung von Thierry Antinori unmittelbar vor seiner Kür zum AUA-Chef mit neuen Entscheidungen über den Vorstand gewartet worden, während die Kosten davonliefen. "Da hätte die Lufthansa eingreifen müssen", findet Minhard. Jetzt diesen Zeitdruck aufzubauen sei nicht sinnvoll.
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) räumte in der Diskussion ein, dass die Umstrukturierung der vor dem Verkauf an die Lufthansa teilstaatlichen AUA wohl zu spät eingeleitet wurde. Jetzt sei der spätestmögliche Zeitpunkt. Auch die Personalkosten würden entscheidend für die Sanierung. Zur Forderung von Lufthansa und AUA nach Entlastungen bei der Ticketsteuer verwies der Minister auf Gespräche mit der Finanzministerin. "Natürlich aber hat der Staat selber wenig zu verschenken." Er hoffe aber, dass man sich hier annähere./rf/ivn/APA/edh