21.12.2012 09:34
Bewerten
(0)

AUSBLICK 2013: 'Die fetten Jahre sind vorbei' - Energieversorger im Umbau

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Sinkende Großhandelspreise für Strom, schwächelnde Nachfrage, drastische Sparprogramme: Die großen deutschen Energieversorger befinden sich zum Jahreswechsel in schwerer See. Und just in diesem Sturm müssen Eon , RWE und Co. ihre Konzerntanker auf einen neuen Kurs bringen, um im Zuge der deutschen Energiewende nicht auf Grund zu laufen. "2013 wird ebenfalls ein schwieriges Jahr", sagt Tuomas Erik Ekholm, Branchenexperte der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in Frankfurt.

 

    Vor allem die Branchenriesen stehen unter Druck. RWE ächzt unter hohen Schulden, Eon kassierte kürzlich seine ambitionierte Gewinnprognose für 2013, bei EnBW brach der Stromumsatz ein. Seit Anfang November verloren die Aktien der Dax-Konzerne RWE und Eon gegen den Trend deutlich. Beide haben sich ein ähnliches Programm verordnet: Unternehmensanteile verkaufen und Kosten senken.

 

    Das ist nötig, ändert aber nichts am grundlegenden Problem. Denn während Verbraucher für Strom immer tiefer in die Tasche greifen müssen, sind die Großhandelspreise abgestürzt, auch weil immer mehr Wind- und Solarstrom ins Netz fließt.

 

    Dieser Sinkflug wird nach Einschätzung von Marktbeobachtern anhalten. Die Bank of America Merrill Lynch erwartet für das kommende Jahr auf dem deutschen Markt 14 Prozent niedrigere Börsenpreise. Noch dazu braucht die Wirtschaft in der europaweiten Konjunkturflaute weniger Strom. Eon hat deshalb bereits angekündigt, Kraftwerke zu schließen. In Deutschland versucht Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) derweil, die Verbraucher auf Stromsparen zu trimmen, auch das als Teil der Energiewende.

 

    Für die Großkonzerne ist die Abkehr von der für sie einträglichen Atomkraft weiterhin das beherrschende Thema. In ihren Portfolios dominieren konventionelle Energieträger. RWE erzeugte in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 167 Milliarden Kilowattstunden Strom, davon nur 8,5 Milliarden aus erneuerbaren Energien. "Es ist klar: Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Veränderung haben die meisten Marktteilnehmer überrascht", berichtet S&P-Experte Ekholm.

 

    "Aber die großen Player haben inzwischen ihre Strategien angepasst und stellen sich nicht gegen die Energiewende." Der Investitionsschwerpunkt liege mittlerweile klar bei erneuerbaren Energien. Eon steckt etwa jeden vierten investierten Euro in diesen Bereich, eine deutliche Steigerung. Die "grünen" Sparten der Konzerne verkünden ehrgeizige Wachstumsziele. So will Eon Climate & Renewables seine installierte Leistung von zurzeit 4,2 Gigawatt bis 2020 fast verdreifachen.

 

    Eon und RWE setzen dabei in erster Linie auf Windkraft - auch auf hoher See, wo nur die Schwergewichte der Branche die horrenden Investitionskosten stemmen können. Allerdings hinkt die Netzanbindung der Offshore-Parks hinterher. Und das Wüstenstromprojekt Desertec, an dem beide Großkonzerne beteiligt sind, läuft angesichts zahlreicher Schwierigkeiten Gefahr, zur Fata Morgana zu werden.

 

    Zugleich ermöglichen es die erneuerbaren Energien mit ihrer dezentralen Art der Stromerzeugung auch kleineren Akteuren, den Großen ein Stück vom Kuchen abzunehmen. Nach Einschätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft werden die Stadtwerke an Bedeutung gewinnen. Die kommunalen Unternehmen wollen sich bis 2020 ein Fünftel der Kraftwerksleistung sichern - das wäre eine Verdoppelung binnen eines Jahrzehnts. Außerdem gibt es eine Gründungswelle bei Energiegenossenschaften, in denen Bürger sich zusammentun, um ihren eigenen grünen Strom zu erzeugen.

 

    Angesichts dieser Gemengelage sind viele Marktbeobachter zurückhaltend. "Nach vier Jahren schwächelnder Grundlagen und unterdurchschnittlicher Kursentwicklung sehen wir immer noch keine Kehrtwende für 2013", schreiben die Analysten der Bank of America Merrill Lynch in einer Branchenstudie. Sie gehen davon aus, dass RWE und Eon - wie weitere große europäische Anbieter - ihre Bilanzen noch nicht ausreichend in Ordnung gebracht haben und ihre Sparprogramme weiterführen oder sogar verschärfen.

 

    Es gibt aber auch Lichtblicke. Eon konnte im Sommer nach langem Tauziehen günstigere Konditionen beim russischen Gaslieferanten Gazprom (Gazprom (Spons ADRs)) durchsetzen - Konkurrent RWE ist dies noch nicht gelungen. Beim Umbau hätten die Konzerne immer noch viel vor sich, aber sie kämen voran und seien solide aufgestellt, sagt Bonitätsprüfer Ekholm. "Mittelfristig bis langfristig sind diese Unternehmen auch nach der Energiewende noch sehr gut positioniert." Er gehe davon aus, dass sich ihre Ergebnissituation mittelfristig stabilisiere und sogar verbessere. "Aber die fetten Jahre sind vorbei."/sku/DP/rum

 

    ---Von Sebastian Kunigkeit, dpa-AFX---

 

 

Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
WAVE Unlimited auf RWE StDM5Z1N

Nachrichten zu RWE AG St.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu RWE AG St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
21.08.2017RWE ReduceKepler Cheuvreux
21.08.2017RWE buyGoldman Sachs Group Inc.
17.08.2017RWE Equal-WeightMorgan Stanley
16.08.2017RWE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
15.08.2017RWE HoldS&P Capital IQ
21.08.2017RWE buyGoldman Sachs Group Inc.
16.08.2017RWE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
15.08.2017RWE buyOddo Seydler Bank AG
15.08.2017RWE buyDeutsche Bank AG
14.08.2017RWE kaufenDZ BANK
17.08.2017RWE Equal-WeightMorgan Stanley
15.08.2017RWE HoldS&P Capital IQ
15.08.2017RWE Equal weightBarclays Capital
15.08.2017RWE NeutralCredit Suisse Group
14.08.2017RWE HaltenIndependent Research GmbH
21.08.2017RWE ReduceKepler Cheuvreux
15.08.2017RWE ReduceKepler Cheuvreux
15.08.2017RWE ReduceCommerzbank AG
14.08.2017RWE ReduceKepler Cheuvreux
03.07.2017RWE ReduceKepler Cheuvreux

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für RWE AG St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt schwach -- Dow geht stabil aus dem Handel -- Experte analysiert Korrelation zwischen Bitcoin und Gold -- Great Wall an Fiat Chrysler interessiert -- Nike, Lufthansa, Air Berlin im Fokus

Zeiss Meditec übernimmt Software-Firma in den USA. Bundesbank-Vorstand Dombret kritisiert Einsatz von Staatsgeld bei Bankenabwicklung. Deutsche Bank setzt trotz Brexit auf reiche Londoner. Versorger-Aktien geben nach starken Kursanstiegen wieder nach.

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Donald Trump steht zunehmend in der Kritik. Was glauben Sie, wie lange wird er US-Präsident sein?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
Air Berlin plcAB1000
EVOTEC AG566480
Lufthansa AG823212
BMW AG519000
Allianz840400
Amazon906866
Nordex AGA0D655
Siemens AG723610