29.12.2012 09:04
Bewerten
(0)

AUSBLICK 2013/Lebensversicherung am Tropf: Garantiezins als Auslaufmodell?

DRUCKEN
    FRANKFURT (dpa-AFX) - Noch gilt die deutsche Lebensversicherung als sicher. Doch die Rendite ist es längst nicht mehr. So gut wie alle Anbieter von Allianz bis Zurich (Zurich Insurance Group) streichen im kommenden Jahr die sogenannte Überschussbeteiligung für ihre Kunden zusammen, weil sich die einst erwarteten Zinsen an den Finanzmärkten kaum mehr erwirtschaften lassen. Der Garantiezins gleicht bei neuen Verträgen nicht einmal die Inflation aus. Wird die klassische Lebensversicherung deswegen zum Auslaufmodell? Längst arbeiten Versicherer an Alternativen, die 2013 auf den Markt kommen sollen. Die Produkte dürften vor allem eines bringen: weniger Sicherheit.

 

    Die deutsche Lebensversicherung ist ein komplexes Konstrukt. Die Gesamtverzinsung setzt sich aus Garantiezins, laufender Überschussbeteiligung, Schlussüberschuss und der Beteiligung an den Bewertungsreserven zusammen. Da verlieren Kunden schnell den Überblick, zumal der Zins nicht auf die Beiträge berechnet wird, sondern lediglich auf den Sparanteil, der nach Abzug der Kosten für Verwaltung, Vertrieb und Todesfallschutz übrigbleibt. Wie viel das ist, unterscheidet sich je nach Anbieter teils erheblich.

 

    Dies gilt auch für die Überschüsse. So können die Kunden des Schweizer Versicherers Zurich 2013 nur noch eine laufende Verzinsung von 3,0 Prozent erwarten, wenn sie nicht einen Altvertrag mit einer Zinsgarantie von 4,0 oder 3,25 Prozent besitzen. Damit ist Zurich derzeit das Schlusslicht. Doch auch Marktführer Allianz streicht die laufende Verzinsung von 4,0 auf 3,6 Prozent zusammen. Kunden von DEVK oder der Europa-Versicherung können sich glücklicher schätzen - bei ihnen steht auch 2013 noch eine Vier vor dem Komma.

 

    Hinzu kommen zwar jeweils noch der Schlussüberschuss und die Anteile an den Bewertungsreserven. Doch diese werden den Verträgen erst am Ende gutgeschrieben. Zudem streitet die Politik derzeit noch darüber, wie viel Reserven die Versicherer künftig einbehalten dürfen, um nicht selbst in Schieflage zu geraten.

 

    "Kunden sollten jetzt keine neuen Lebensversicherungen abschließen", warnt unterdessen Axel Kleinlein, Chef des Bundes der Versicherten (BdV), im Berliner "Tagesspiegel". Für Verträge, die seit Anfang 2012 abgeschlossen wurden, beträgt der Garantiezins nur noch 1,75 Prozent. Dabei kann es im schlimmsten Fall Jahrzehnte dauern, bis der Vertrag überhaupt den Wert der eingezahlten Beiträge erreicht hat.

 

    Dennoch sind Verträge mit Garantie weiter der Verkaufsschlager der Branche. "Seit Ausbruch der Finanzmarktkrise sehen wir eine kontinuierliche Verschiebung zu Gunsten der klassischen Lebensversicherungen", resümierte der langjährige Vorsitzende des Versicherungsverbands GDV, Rolf-Peter Hoenen, bei seinem Abschied im November. Entschieden sich im Jahr 2008 noch 59 Prozent der Neukunden in der Lebensversicherung für einen klassischen Vertrag, waren es 2012 schon 76 Prozent.

 

    Dabei wäre es vielen Versicherern recht, wenn sie sich von den teuren Garantien befreien könnten. In der Niedrigzinsphase müssen sie insgesamt Milliarden zur Seite legen, um die Verpflichtungen künftig erfüllen zu können. Im Zuge des neuen Regelwerks "Solvency II" drohen ihnen auch noch schärfere Eigenkapitalanforderungen. Längst bastelt die Branche daher an Vertragsmodellen, in denen die Zinsen nur noch für die ersten 10 oder 15 Jahre der Vertragslaufzeit garantiert sind. Die bisherigen fondsgebundenen Verträge ohne Garantie ließen sich kaum verkaufen, sagt Christian Badorff, Versicherungsexperte bei der Ratingagentur Standard & Poor's.

 

    Widerstand gegen die neuen Pläne kommt von Verbraucherschützern. "Die Umsetzung der Befristung würde das endgültige Ende der klassischen kapitalbildenden Lebensversicherung bedeuten", urteilt der Bundesverband der Versicherten (BdV). Wenn der Zinssatz nach 15 Jahren neu festgelegt werden dürfe, sei dies eine weitere Unsicherheit für die Versicherungsnehmer. Und eine weitere Stellschraube, mit der die Unternehmen an der Gewinnbeteiligung ihrer Lebensversicherten drehen könnten./stw/hossku/zb

 

    --- Von Steffen Weyer, dpa-AFX ---

 

 

 

 

 

Anzeige

Nachrichten zu Allianz

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Allianz

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
14.09.2017Allianz buyCommerzbank AG
13.09.2017Allianz HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
13.09.2017Allianz HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
13.09.2017Allianz OutperformRBC Capital Markets
12.09.2017Allianz market-performBernstein Research
14.09.2017Allianz buyCommerzbank AG
13.09.2017Allianz OutperformRBC Capital Markets
11.09.2017Allianz overweightJP Morgan Chase & Co.
08.09.2017Allianz buyDeutsche Bank AG
08.09.2017Allianz buyCitigroup Corp.
13.09.2017Allianz HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
13.09.2017Allianz HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
12.09.2017Allianz market-performBernstein Research
11.09.2017Allianz NeutralBNP PARIBAS
11.09.2017Allianz HaltenIndependent Research GmbH
08.09.2017Allianz UnderweightBarclays Capital
08.08.2017Allianz UnderperformMacquarie Research
07.08.2017Allianz SellSociété Générale Group S.A. (SG)
07.08.2017Allianz UnderweightBarclays Capital
28.07.2017Allianz UnderperformMacquarie Research

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Allianz nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

Euro fällt unter 1,18 Dollar: DAX legt zu -- Nach Apple-Keynote: iPhone 6 so günstig wie nie -- Commerzbank: Jahresprognose mit niedrigem Gewinn steht --thyssenkrupp, Amazon, Tesla im Fokus

Analysten sehen Kupferglanz bei Aurubis eingetrübt. Nach der Wahl ist Zahltag: Der künftige Bundestag wird wohl deutlich teurer. Französische Regierung stimmt angeblich Zugfusion von Siemens und Alstom zu. Merck-Aktie legt deutlich zu: UBS-Empfehlung schiebt an.

Top-Rankings

KW 38: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 38: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 37: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Banken wurden für die Finanzkrise am härtesten bestraft
Welche Bank zahlte am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Angela Merkel kann zwar voraussichtlich vier weitere Jahre regieren - aber nur mit dem größten Verlust in der Geschichte ihrer Union. Hätten Sie sich einen neuen Kanzler gewünscht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Bitcoin Group SEA1TNV9
Nordex AGA0D655
Deutsche Telekom AG555750
AlibabaA117ME
E.ON SEENAG99
Allianz840400
TeslaA1CX3T
BASFBASF11
EVOTEC AG566480