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28.10.2008 11:48

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AUSBLICK/Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt in der Endphase


   FRANKFURT (Dow Jones)--Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich im Oktober trotz der massiven konjunkturellen Abkühlung leicht verbessert haben. So erwarten die von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen, dass die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt und gegenüber dem Vormonat um weitere 15.000 gefallen ist. Im September war ein Rückgang um 29.000 verzeichnet worden. Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen in saisonbereinigter Rechnung seit Jahresbeginn um gut 320.000 gesunken.

   Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote ist vor diesem Hintergrund seit Januar von 8,2% auf 7,6% - den niedrigsten Wert seit Mitte 1992 - gefallen. Zu Beginn des Jahres 2006 hatte sie noch bei über 11% gelegen. Die befragten Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass sich die Quote im Oktober nicht weiter verringert hat. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) wird die neuen Arbeitsmarktdaten am Donnerstag (9.55 Uhr) in Nürnberg veröffentlichen.

   Die drohende - oder bereits begonnene Rezession - dürfte in den kommenden Monaten aber zu einer womöglich deutlichen Verschlechterung der Situation am Arbeitsmarkt führen. Darauf deuten auch erste Nachrichten über Produktionsstopps in der deutschen Automobil- und Elektroindustrie hin.

   So hatte auch der Chef der BA, Frank-Jürgen Weise, am Montag noch einmal erklärt, dass er für das kommende Jahr ein Ende des Aufschwungs am Arbeitsmarkt sehe. "Spätestens im zweiten Halbjahr 2009 steigt die Arbeitslosigkeit", sagte er in einem Zeitungsinterview. Im Jahresdurchschnitt wird der Anstieg seiner Einschätzung nach aber noch moderat ausfallen. Er sehe die Unternehmen und auch die BA für den anstehenden Abschwung besser gerüstet als früher, sagte Weise der "Stuttgarter Zeitung".

   Vor Weise hatte bereits das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von steigenden Arbeitslosenzahlen gesprochen. Der Jahresdurchschnitt 2009 werde mit rund 3,3 Millionen Arbeitslosen zwar nur wenig vom Durchschnitt 2008 abweichen, im Jahresverlauf würde die Zahl der Arbeitslosen aber spürbar zunehmen, hatte das IAB vergangene Woche mitgeteilt. Die Arbeitsmarktökonomen, die unter dem Dach der BA forschen, erwarten dennoch keine dramatische Verschlechterung für den Arbeitsmarkt, obwohl sie für 2009 ein Nullwachstum in Deutschland vorhersagen.

   Skeptisch klingen auch die meisten Bankvolkswirte. "Vor allem die Verschärfung der Finanzmarktkrise stellt ein Risiko für die Beschäftigung dar", erklären etwa die Volkswirte der BHF-Bank. "Der bereits zu beobachtende starke konjunkturelle Abschwung sollte zunehmend auf den Beschäftigungsaufbau wirken. Die jüngste drastische Wende bei den Beschäftigungsplänen sollte schon bald auch den Aufschwung am Arbeitsmarkt beenden", schreiben auch die Volkswirte von UniCredit.

   Noch einmal deutlich gefallen sein könnte im Oktober die nicht-saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen; ein Wert von minus 70.000 wird hier für möglich gehalten. Im September hatte die BA hier gegenüber dem Vormonat einen Rückgang um 115.000 Arbeitslose auf 3,081 Millionen ausgewiesen; der niedrigste Wert seit Sommer 1992. Auf Jahressicht waren damit gut 460.000 weniger Personen arbeitslos gemeldet. Die entsprechende nicht-saisonbereinigte Arbeitslosenquote belief sich auf 7,4%, verglichen mit 8,5% im September 2007.

-Von Peter Trautmann, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69/297 25-313, peter.trautmann@dowjones.com DJG/ptt/kth (END) Dow Jones Newswires

   October 28, 2008 06:45 ET (10:45 GMT)

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