05.02.2013 15:30
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AUSBLICK/Daimler verbucht 2012 trotz Verkaufplus Gewinnrückgang

   Von Ilka Kopplin

   Der Automobilkonzern Daimler hat das selbsternannte Übergangsjahr 2012 hinter sich gebracht. Die Stuttgarter verkauften zwar so viele Pkw und Lkw wie nie zuvor und steigerten nach Meinung von Analysten den Umsatz, der Gewinn konnte allerdings nicht Schritt halten und gab wohl nach.

   Im Schlussquartal dürften die Schwaben dabei sogar etwas mehr verdient haben, weil der Verkauf eines Teils der Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS einen Sonderertrag von etwa 700 Millionen Euro in die Kassen spülte. Rein operativ - also in den fortgeführten Geschäftsbereichen - gab es zwischen Oktober und Dezember allerdings wohl ein deutliches Minus. Daimler wird am Donnerstagmorgen seine Jahresbilanz veröffentlichen.

   Wie die ganze Branche hat auch der DAX-Konzern mit dem harten Wettbewerb sowie hohen Investitionen in Produkte, Werke und Technologien zu kämpfen. Dazu kommen allerdings auch hauseigene Problemen. Erneut werden die Schwaben nach Experteneinschätzung deshalb in allen Bereichen der Konkurrenz hinterhergefahren sein.

   Zwar verbuchte Daimlers Luxusauto-Tochter Mercedes-Benz 2012 mit 1,42 verkauften Millionen Fahrzeugen einmal mehr einen Rekordabsatz. Das Plus von 4,5 Prozent fällt jedoch deutlich schmaler aus als bei den Rivalen Audi und BMW. Auch bei der vielbeachteten Rendite zeigen die Wettbewerber den Schwaben in den kommenden Wochen wohl die Rücklichter.

   Der Rückstand liegt vor allem an der Vertriebsschwäche von Mercedes-Benz auf dem chinesischen Markt. Weil sich die Nachfrage in Europa nach Expertenmeinung auch in den kommenden Jahren nur langsam erholen wird, setzen die Autohersteller auf den Absatz in Schwellenländern, allen voran China. Genau dort hat Daimler jedoch Probleme: Auf Grund von Lieferschwierigkeiten und ineffizienten Vertriebsstrukturen steigerte der Konzern den Absatz im Reich der Mitte nur leicht, während die Konkurrenten zweistellige Zuwächse verbuchten.

   Um bis 2020 die führende Premiummarke zu werden, so das erklärte Ziel des Unternehmens, setzt Mercedes-Benz nun alles daran, das China-Geschäft nach vorne zu bringen. So wurde erst Ende 2012 eigens ein China-Ressort im Vorstand geschaffen und die Vertriebsstruktur effizienter aufgestellt. Zudem kündigte Daimler binnen Wochenfrist an, sich beim chinesischen Partner BAIC einkaufen zu wollen.

   Besser lief es für Daimler 2012 in der Nutzfahrzeugsparte: Bereits bis Ende November wurde der Vorjahresabsatz eingefahren. Eine starke Nachfrage aus Nordamerika hatte das schwache Geschäft in Europa und einen Absatzeinbruch auf dem wichtigen brasilianischen Markt kompensiert. Aber auch im Geschäft mit Trucks und Bussen wird die Rendite laut Experten unter denen der Konkurrenten gelegen haben.

   Um in Sachen Profitabilität nicht weiter die Rücklichter zu sehen, will Daimler mehrere Milliarden sparen, vor allem bei Mercedes-Benz. Da es aber eine Weile dauern wird, bis die Sparmaßnahmen sowie die eingeleitete Produktoffensive ihre Wirkung entfalten werden, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche kürzlich auch dieses Jahr zum Übergangsjahr. Erst 2014 rechnet er nach eigenem Bekunden wieder mit einer guten Geschäftsentwicklung.

   Auch Analysten gehen davon aus, dass die strukturellen Änderungen im Pkw-Geschäft erst im kommenden Jahr wirken werden. Und in der Nutzfahrzeugsparte dürfte laut Expertenmeinung eine nachlassende Lkw-Nachfrage aus Nordamerika belasten. Außerdem werden Vans, wie der Sprinter, zu einem Großteil in Europa verkauft und sind damit ebenfalls von der schwachen Konjunktur betroffen.

   Nachfolgend die von Dow Jones Newswires zusammengestellten Schätzungen von Analysten zum vierten Quartal und Gesamtjahr:

=== EBIT(1) Erg/ (fortgef. Erg nSt Aktie 4Q 2012 Umsatz EBIT Geschäft) u.Dritten unverw.

MITTELWERT 29.421 2.292 1.585 1.720 1,56 Vorjahr 29.066 2.175 2.188 1.715 1,61 +/- in % +1,2 +5,4 -28 +0,3 -3,0

MEDIAN 29.105 2.272 1.500 1.717 1,61 Maximum 31.100 2.655 1.960 1.861 1,75 Minimum 28.210 2.100 1.356 1.605 1,34 Anzahl 10 9 5 5 5

EBIT(1) Erg/ (fortgef. Erg nSt Aktie GJ 2012 Umsatz EBIT Geschäft) u.Dritten unver.

MITTELWERT(2) 113.888 8.586 7.879 5.588 5,19 Vorjahr 106.540 8.755 8.977 5.667 5,32 +/- in % +6,9 -1,9 -12 -1,4 -2,4

MEDIAN(2) 113.572 8.566 7.794 5.585 5,24

- alle Angaben in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie

   - Bilanzierung nach IFRS

   Quelle Vorjahreszahlen: Angaben des Unternehmens - wie berichtet.

   (1) Daimler hat im vierten Quartal einen Teil der EADS-Beteiligung verkauft. Dies hatte einen positiven Ergebniseffekt von rund 700 Millionen Euro.

   (2) Eigene Berechnung von Dow Jones Newswires auf Basis des Konsenses für das vierte Quartal und der bereits berichteten Neunmonatszahlen.

Kontakt zum Autor: ilka.kopplin@dowjones.com DJG/iko/ncs/sha (END) Dow Jones Newswires

   February 05, 2013 09:00 ET (14:00 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 00 AM EST 02-05-13

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17.02.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
16.02.2017Daimler kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
16.02.2017Daimler HaltenIndependent Research GmbH
16.02.2017Daimler buyUBS AG
15.02.2017Daimler Equal weightBarclays Capital
16.02.2017Daimler kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
16.02.2017Daimler buyUBS AG
15.02.2017Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
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16.02.2017Daimler HaltenIndependent Research GmbH
15.02.2017Daimler Equal weightBarclays Capital
15.02.2017Daimler NeutralMacquarie Research
10.02.2017Daimler HoldKepler Cheuvreux
08.02.2017Daimler Equal weightBarclays Capital
17.02.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
07.02.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
03.02.2017Daimler UnderperformBNP PARIBAS
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12.01.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
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