FRANKFURT (Dow Jones)--Die Lösung für die von einem Korruptionsskandal gebeutelte Ex-Tochter Ferrostaal dürfte dem Nutzfahrzeug- und Maschinenhersteller MAN im Schlussquartal die Bilanz verhagelt haben. Analysten schätzen die Belastungen im Zusammenhang mit der Einigung mit dem arabischen Staatsfonds IPIC auf bis zu rund eine halbe Milliarde Euro. Unterm Strich sind die Münchener zwischen Oktober und Dezember deshalb wohl sogar in die roten Zahlen gerutscht.
Die Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa auf das operative Geschäft mit Lkw, Bussen, Motoren und Kraftwerken dürften sich nach Expertenschätzungen im Schlussquartal noch in Grenzen gehalten haben. Es wird wohl noch rund für MAN gelaufen sein, die Jahresziele wurden wohl erreicht.
Dank der guten Auftragsbasis rechneten die Münchener für mit einem Umsatzplus von 10% bis 15% und einer operativen Rendite, die leicht über dem langfristigen Zielwert von 8,5% liegt. 2010 hatte MAN bei Einnahmen von knapp 14,7 Milliarden Euro eine Marge von gut 7 Prozent erwirtschaftet.
Mit Interesse werden Anleger am Dienstag vor allem auf Aussagen zur erwarteten Entwicklung in diesem Jahr warten. Während sich MAN bisher vergleichsweise optimistisch zeigte, schlug die Konkurrenz, die ihre Jahresergebnisse schon Anfang des Monats bekanntgab, zuletzt doch sehr zurückhaltende Töne an. Scania passte in den vergangenen Monaten mehrfach die Produktion in Europa an, Volvo rechnet erst im Jahresverlauf mit einer allmähliche Erholung des Lkw-Marktes auf dem alten Kontinent.
Genau hinhören werden Experten außerdem, wenn MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen Fragen zu den laufenden Kooperationsgesprächen mit Scania beantworten wird. Seit Volkswagen die Mehrheit an MAN übernommen hat, dürfen die beiden Töchter der Wolfsburger offiziell über gemeinsame Projekte sprechen. Zuvor stand das Wettbewerbsrecht im Weg. In einem ersten Schritt peilt Volkswagen Synergien von mindestens 200 Millionen Euro pro Jahr an. Langfristig sollen die Ersparnisse in den Bereichen Beschaffung, Forschung und Entwicklung sowie Produktion deutlich höher liegen.
Nachfolgend die von Dow Jones Newswires zusammengestellten Schätzungen von Analysten zum vierten Quartal und Gesamtjahr.
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Auftrags- Operat. Erg Erg nSt
4Q 2011 eingang Umsatz Ergebnis vSt u.Dritten(1)
MITTELWERT 4.322 4.403 404 359 -187
Vorjahr 4.088 4.184 307 584 333
MEDIAN 4.310 4.393 379 316 -191
Auftrags- Operat. Erg Erg nSt
GJ 2011 eingang Umsatz Ergebnis vSt u.Dritten(1)
MITTELWERT(2) 17.259 16.403 1.487 1.782 829
Vorjahr 15.072 14.675 1.035 1.125 713
MEDIAN(2) 17.247 16.393 1.462 1.739 826
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- alle Angaben in Millionen Euro
- Bilanzierung nach IFRS
Quelle Vorjahreszahlen: Angaben des Unternehmens - wie berichtet.
(1) Belastet durch den Effekt aus dem Verkauf der ehemaligen Tochtergesellschaft Ferrostaal um ca. 450 Millionen - laut Analystenmeinungen.
(2) Eigene Berechnung von Dow Jones Newswires auf Basis des Konsenses für das vierte Quartal und der bereits berichteten Neunmonatszahlen.
-Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires;
+ 49 - (0)69 297 25 114, nico.schmidt@dowjones.com
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February 10, 2012 11:25 ET (16:25 GMT)
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