Von Ursula Quass
Zu große Hoffnungen dürfen sich Infineon-Anleger nicht machen, wenn der Konzern am Donnerstag seine Erstquartalszahlen vorlegt. Schließlich hatte Vorstandschef Reinhard Ploss bei der Vorlage der Jahreszahlen Mitte November Umsatzrückgänge in allen Segmenten zum Start in das neue Geschäftsjahr angekündigt. So schlimm wird es laut den von Dow Jones befragten Analysten aber nicht werden.
So dürfte Infineon bei den umsatzstärksten Geschäften mit der Automobilindustrie und im Bereich Multimarket, wo das Unternehmen unter anderem Schaltkonsolen und Beleuchtungsapplikationen herstellt, vergleichsweise gut wegkommen. Hier gehen die Marktbeobachter von nahezu stabilen Erlösen aus. Das Segment Chip Card & Security, das kleinste der vier Segmente, sehen sie sogar zweistellig im Plus.
Düster sieht es dagegen den Schätzungen zufolge im Segment Industrial Power Control aus, dem am Umsatz gemessen drittstärksten Konzernbereich. Der Erlös aus Komponenten für Windräder und zum Antrieb von Zügen soll um mehr als ein Viertel einbrechen. Eine Überraschung wäre auch das angesichts der konjunkturellen Lage nicht.
Als Zulieferer für viele Branchen ist die Halbleiterindustrie besonders anfällig für Konjunkturschwankungen. Und die machten auch vor den Mitbewerbern nicht halt: Die jüngsten Ergebnisse von Texas Instruments (Umsatz: minus 13 Prozent), AMD (minus 9 Prozent) und Intel (minus 3 Prozent) deuten ebenfalls auf eine Fortsetzung der schwachen Entwicklung hin.
Alles in allem rechnen die Beobachter damit, dass der Gesamtumsatz bei Infineon um 8,7 Prozent zurückgehen wird. Das wäre besser als das, was der DAX-Konzern als Zielmarke ausgegeben hat. Infineon war zuletzt für das erste Quartal von einem Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Bereich ausgegangen.
Mit dem Umsatzrückgang dürfte das Ergebnis um mehr als zwei Drittel einbrechen. Das liegt an den hohen Fixkosten des Unternehmens, die sich nicht von jetzt auf gleich reduzieren lassen und somit überproportional ins Gewicht fallen. Mit diesem Problem schlägt sich Infineon nicht allein herum, auch bei den anderen Halbleiterherstellern sind die Fixkosten der größte Block.
An der Kostenschraube dreht Infineon aber schon länger: So wurden unter anderen der Personalstand eingefroren, Kurzarbeit eingeführt, Projekte verschoben oder gestrichen und die Investitionen zurückgefahren. Ob die bislang ergriffenen Maßnahmen reichen oder der Konzern den Gürtel noch ein Stück enger schnallen muss, werden die vorgelegten Zahlen zeigen.
Nachfolgend die von Dow Jones Newswires zusammengestellten Schätzungen von Analysten zum 1. Quartal 2012/13:
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Gesamt- Segment- Erg nSt Erg/
1Q 2012/13 Umsatz ergebnis u.Dritten Aktie
MITTELWERT 864 45 31 0,03
Vorjahr 946 141 96 0,09
+/- in % -8,7 -68 -68 -72
MEDIAN 862 44 29 0,03
Maximum 913 53 37 0,03
Minimum 837 41 26 0,02
Anzahl 13 12 9 12
Industrial
Automotive: Power Control:
1Q 2012/13 Umsatz Ergebnis Umsatz Ergebnis
MITTELWERT 388 20 140 3,3
Vorjahr 391 55 196 39
+/- in % -0,8 -64 -28 -92
MEDIAN 388 20 143 3,0
Maximum 404 30 150 11,0
Minimum 366 14 120 -0,4
Anzahl 10 10 10 10
Power Management &
Multimarket: Chip card & Security:
1Q 2012/13 Umsatz Ergebnis Umsatz Ergebnis
MITTELWERT 221 19 113 11
Vorjahr 222 40 97 6,0
+/- in % -0,5 -54 +16 +83
MEDIAN 220 19 114 12
Maximum 237 24 122 15
Minimum 210 13 101 4,0
Anzahl 10 10 10 10
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- alle Angaben in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro
- Bilanzierung nach IFRS
Quelle Vorjahreszahlen: Angaben des Unternehmens - wie berichtet.
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January 30, 2013 18:06 ET (23:06 GMT)
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