26.04.2012 07:15
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AUSBLICK/Managementwechsel bei Beiersdorf

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES HAMBURG (Dow Jones)--Erwartungsvoll blicken alle Augen auf den neuen Vorstandsvorsitzenden der Beiersdorf AG: Stefan F. Heidenreich soll das Ruder beim Nivea-Hersteller herumreißen und in den kommenden Jahren Umsatz und Gewinn erheblich steigern. Der Startschuss fällt am Donnerstag mit dem Ende der Hauptversammlung in Hamburg. Dann übernimmt der 49-Jährige das Amt von Thomas B. Quaas, der in den Aufsichtsrat wechselt.

   Es ist keine leichte Aufgabe, die der Betriebswirt Heidenreich lösen muss. Der DAX-Konzern ist seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 nicht wieder ins richtige Fahrwasser gekommen. Er dümpelt vielmehr vor sich hin und wird von Wettbewerbern wie L´Oreal und Henkel abgehängt.

   Dabei war der ausscheidende Vorstandsvorsitzende Quaas in den vergangenen Jahren nicht tatenlos. Er schmiss zahlreiche Ladenhüter über Bord und konzentrierte die Sparte Consumer auf Haut- und Körperpflege. Aber auch er konnte die hohe Abhängigkeit vom gesättigten und wettbewerbsintensiven Markt in Westeuropa nicht reduzieren. Fast die Hälfte des Consumer-Umsatzes wird dort erwirtschaftet.

   Außerdem erwies sich der Zukauf der chinesischen C-Bons als glatter Missgriff. Hohe Abschreibungen fielen für den Haarpflegespezialisten aus Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei an. Der Vorstand hatte die Härte des Wettbewerbs schlichtweg unterschätzt.

   Trotzdem denken die Beiersdorf-Besitzer immer noch nicht an einen Verkauf von C-Bons und setzen auf das Geschick des neuen Vorsitzenden. Auch die Veräußerung der Sparte tesa oder des gesamten Konzerns steht für sie weiterhin nicht zur Debatte.

   Analysten rechnen damit, dass die Inhaberfamilie Herz, der knapp 51 Prozent des Hamburger Traditionsunternehmens gehören, ihrem neuen Schlagmann mindestens zwei Jahre Zeit für die Wende einräumt.

   Welche Pläne Heidenreich hat, bleibt indes noch im Dunkeln. Er wird der Aktionärsversammlung nicht Rede und Antwort stehen, sondern seinem Vorgänger das Feld überlassen. Und auch Quaas wird am letzten Tag als Vorstandsvorsitzender den Blick in die Zukunft sehr vage halten. Eine genaue Prognose für 2012 erwartet niemand. Aktionäre und Analysten rechnen nur mit der Wiederholung des bereits Gesagten: Marktkonformes Umsatzwachstum und Steigerung der Nachsteuerrendite.

   Analysten skizzieren unterdessen, wie Beiersdorf das Rennen um Renditen und Marktanteile am Ende doch noch gewinnen könnte. So rät die DZ Bank zu Investitionen in die globalen Wachstumsregionen. Dafür müsse Beiersdorf aber erst das Problem in China lösen.

   Erfahrung mit Wachstum dank Zukäufen bringt Heidenreich mit. Seinen früheren Arbeitgeber Hero hat der Manager mit diversen Käufen zu einem der weltweit führenden Hersteller von Babynahrung und Marmeladen gemacht. Begonnen hat der künftige Unternehmenslenker seine Karriere beim Beiersdorf-Wettbewerber Procter & Gamble. Neben Unilever macht der US-Konzern dem deutschen Unternehmen im chinesischen Haarpflegegeschäft das Leben schwer.

   Heidenreich begründete sein Engagement in Hamburg mit der Innovationskraft und dem Wachstumspotenzial seines neuen Arbeitgebers. Seine Frau Ellen-Brigitta unterstrich dieses Zutrauen jüngst mit dem Kauf von Aktien für rund 5 Millionen Euro und verschaffte sich damit einen Platz im Herzen der Beschäftigten. Denn diese hoffen inständig auf ein Ende der unsicheren Zeiten und endlich wieder einen Platz auf dem Siegerpodest.

-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/sha (MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

   April 26, 2012 00:45 ET (04:45 GMT)

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