AUSBLICK/US-Wirtschaft verliert im Dezember 500.000 Jobs
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Stellenbau in der US-Wirtschaft dürfte sich im Dezember mit unverminderter Stärke fortgesetzt haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass die Beschäftigung außerhalb des Agrarsektors um weitere 500.000 Stellen gefallen ist. Für das gesamte Jahr 2008 würde sich der Stellenverlust damit auf gut 2,4 Millionen summieren. Vor dem Hintergrund der seit Dezember 2007 laufenden Rezession wäre die US-Beschäftigung zudem in jedem Monat des vergangenen Jahres zurückgegangen.
Gleichzeitig gehen die befragten Experten davon aus, dass die Arbeitslosenquote zum Jahresende weiter gestiegen ist - auf 7,0% von 6,7% im November. Dies wäre die höchste Quote seit Juni 1993, als derselbe Wert verzeichnet wurde. Das US-Arbeitsministerium wird die Daten zur Dezember-Entwicklung am Arbeitsmarkt am Freitag (14.30 Uhr MEZ) veröffentlichen.
Für die Ökonomen von UBS ist klar: Die scharfe Abkühlung der Konjunktur dürfte im Dezember zu einem weiteren kräftigen Abbau der US-Beschäftigung geführt haben (Prognose: minus 525.000), worauf zuletzt bereits die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hingedeutet hätten. Außerdem erwarten sie, dass die Job-Daten für Oktober und November deutlich nach unten revidiert werden müssen. So sei auch für September nach der zweiten Revision eine gegenüber dem ersten Ausweis um fast 250.000 niedrigere Stellenzahl ausgewiesen worden, merken die UBS-Experten dazu an.
Ebenfalls wenig zuversichtlich sind die Volkswirte der Bank of America, die für Dezember einen Stellenrückgang um 475.000 vorhersagen. Ihrer Einschätzung nach hätten zuletzt alle Frühindikatoren auf Jobverluste in dieser Größenordnung hingedeutet. Die Fachleute der ING Bank sagen sogar einen Stellenabbau um 750.000 voraus; dies wäre der heftigste Rückgang seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie schließen zudem nicht aus, dass angesichts der Schwere der US-Rezession schon bald 1 Million Arbeitsplätze oder mehr innerhalb eines Monats verloren gehen könnten.
Dass es tatsächlich so schlimm werden kann, haben am Mittwoch die ADP-Daten zur Stellenentwicklung in der US-Privatwirtschaft angedeutet. Danach sind im Dezember 693.000 Jobs im privaten Sektor verloren gegangen, Ökonomen hatten im Vorfeld auf dieser Basis ein Minus von 515.000 gesehen.
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