10.12.2012 21:18
Bewerten
 (0)

Abschreibungen auf Steel Americas drücken ThyssenKrupp tief ins Minus

   Angesichts der schwachen Stahlgeschäfts in Europa und der aus dem Ruder laufenden Kosten für die Stahlwerke in Übersee müssen die ThyssenKrupp-Aktionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr auf eine Dividende verzichten. Die hohen Abschreibungen auf die Werke in Brasilien und den USA haben dem DAX-Konzern einen Milliardenverlust beschert. Auch die Zukunft schätzt der Stahlkonzern trübe ein.

   Die Entwicklung soll überwiegend stagnieren, so dass ThyssenKrupp einen Konzernumsatz für die fortgeführten Aktivitäten auf dem Niveau des Vorjahres von etwa 40 Milliarden Euro erwartet. Das bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns soll bei rund 1 Milliarde Euro liegen.

   Das größte Sorgenkind der Essener, die Stahlwerke in Brasilien und USA, sind davon ausgenommen. Sie werden wegen des nach Angaben des Konzerns fortgeschrittenen Verkaufsprozesses nicht mehr als fortgeführte Aktivitäten bilanziert. Allerdings muss der Konzern für sie weitere 3,6 Milliarden Euro abschreiben.

   Alles in allem ging der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2011/12 aus fortgeführten Aktivitäten (ohne Inoxum und Steel Americas) um fünf Prozent auf 42,3 Milliarden Euro zurück. Auch der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag mit 40,1 Milliarden Euro rund sechs Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. ThyssenKrupp macht dafür vor allem niedrigere Absatzmengen und Preise im Werkstoff-Geschäft verantwortlich. Das bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten brach mit 1,4 Milliarden Euro vor allem aufgrund des schwächeren Werkstoff-Geschäfts um die Hälfte ein.

   Der Jahresfehlbetrag des Gesamtkonzerns betrug 5 Milliarden Euro, den Anteilseignern sind 4,7 Milliarden zuzurechnen. Damit steckt der Konzern noch einmal 3,2 Milliarden Euro tiefer in den Miesen als im Vorjahr.

   Als Ergebnisziel für das Geschäftsjahr 2011/2012 hatte ThyssenKrupp ein bereinigtes EBIT im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich in Aussicht gestellt, ohne Inoxum, aber mit Steel Americas. Trotz des schwachen konjunkturellen Umfelds erreichte der Konzern dieses Ziel mit 399 Millionen Euro. Das EBIT des Gesamtkonzerns - mit Inoxum und Steel Americas - lag mit minus 4,4 Milliarden Euro allerdings deutlich unter dem Vorjahreswert von minus 1 Milliarde Euro. Dies sei auf die Verluste der nicht fortgeführten Aktivitäten und insbesondere auf die Wertberichtigung bei Steel Americas in Höhe von 3,6 Milliarden Euro zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit.

   Die schlechten Zahlen zeigen, wie tief der in zahlreiche Korruptionsaffären verstrickte Konzern in der Krise steckt. Vergangene Woche gab es personelle Konsequenzen, der halbe Vorstand muss gehen. Der Aufsichtsrat bestätigte nach einer Sitzung am Montag die Aufhebung der Bestellung von Jürgen Claassen, Olaf Berlien und Edwin Eichler zum Jahresende. Claassen hatte bereits am vorvergangenen Wochenende darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.

   ThyssenKrupp ist mit seinen Problemen nicht allein. Die gesamte europäische Stahlindustrie leidet unter Überkapazitäten und der schwachen Nachfrage. So haben bereits Konkurrenten wie die österreichische Voestalpine, Salzgitter oder der Stahlhändler Klöckner & Co die Konjunktureintrübung als Folge der Euro-Schuldenkrise zu spüren bekommen.

   Kontakt zur Autorin: ursula.quass@dowjones.com

   DJG/uqu/mgo

   (END) Dow Jones Newswires

   December 10, 2012 14:47 ET (19:47 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 47 PM EST 12-10-12

Nachrichten zu thyssenkrupp AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu thyssenkrupp AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18:06 Uhrthyssenkrupp overweightJP Morgan Chase & Co.
26.09.2016thyssenkrupp overweightMorgan Stanley
23.09.2016thyssenkrupp buyWarburg Research
23.09.2016thyssenkrupp OutperformBNP PARIBAS
20.09.2016thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
18:06 Uhrthyssenkrupp overweightJP Morgan Chase & Co.
26.09.2016thyssenkrupp overweightMorgan Stanley
23.09.2016thyssenkrupp buyWarburg Research
23.09.2016thyssenkrupp OutperformBNP PARIBAS
20.09.2016thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
20.09.2016thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
20.09.2016thyssenkrupp NeutralMacquarie Research
13.09.2016thyssenkrupp HoldKepler Cheuvreux
29.08.2016thyssenkrupp HaltenBankhaus Lampe KG
23.08.2016thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
11.08.2016thyssenkrupp SellS&P Capital IQ
12.02.2016thyssenkrupp SellS&P Capital IQ
26.01.2016thyssenkrupp SellUBS AG
09.12.2015thyssenkrupp SellUBS AG
23.09.2015ThyssenKrupp ReduceKepler Cheuvreux
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für thyssenkrupp AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
News von

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow fester -- Deutsche Bank-Aktie mit neuem Allzeittief -- TV-Duell mit Schlagabtausch Trump-Clinton -- Commerzbank: 9.000 Stellen und Dividende in Gefahr -- Twitter im Fokus

Erste Bilder aufgetaucht: Google bringt neue Smartphones auf den Markt. American Express-Aktie steigt: Anleger erhalten mehr Dividende. Lufthansa-Aktie verliert: Aufsichtsrat entscheidet wohl zu Air-Berlin-Deal. EZB und Chinas Notenbank verlängern Währungsswap um drei Jahre.
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Eigenzulassungen 2015
Diese Firmen sind innovativ
In diesen Städten stehen Sie am längsten im Stau
Das sind die besten Universitäten
Die wertvollsten Marken 2016
mehr Top Rankings

Umfrage

Kanzlerin Merkel will der Deutschen Bank im Streit mit der US-Justiz nicht helfen. Was halten Sie von dieser Einstellung?