Von Peter Herkenhoff
Dow Jones NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Bank will nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann sein Geld nicht um jeden Preis verdienen. "Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf und die Glaubwürdigkeit der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen", sagte der führende Manager des DAX-Konzerns bei der Präsentation des "Corporate-Social-Responsibility"-Berichts für das Geschäftsjahr 2007.
Die öffentliche und veröffentlichte Meinung in Deutschland beklage immer lauter den Mangel an Moral in der Wirtschaft und speziell bei Führungspersonen, den Unternehmern und Managern, stellte Ackermann fest. "In der Folge nimmt nicht nur deren Ansehen, sondern das Ansehen unserer Wirtschaftsordnung, der sozialen Marktwirtschaft ingesamt dramatisch ab. Markt und Moral werden heute vielfach als Gegensatz erlebt."
Nach Ansicht von Ackermann sind die Gründe für diese Entwicklung mehrschichtig. Einerseits trügen Negativ-Schlagzeilen über Unternehmen und Manager in den Medien nicht gerade dazu bei, das Vertrauen in Wirtschaft und Manager zu fördern.
Andererseits verspürten immer mehr Menschen infolge der Globalisierung Verlustängste und erlebten Misserfolge. Sie sähen sich, oft zu Recht, auf die neuen Herausforderungen der Globalisierung nicht ausreichend vorbereitet und allein gelassen.
Indirekt übte Ackermann Kritik am deutschen Bildungssystem. Das Land habe es weithin versäumt, seine Bevölkerung mit entsprechender Bildung und Ausbildung auf das Zeitalter der Globalisierung vorzubereiten, so der Manager. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass die Startchancen in Deutschland immer ungleicher verteilt seien und in der Folge auch Einkommen und Vermögen immer weiter auseinander strebten.
Diese Entwicklung wertet Ackermann als bedenklich. Schließlich operierten Unternehmen nicht in einem luftleeren Raum, sondern seien Teil der Gesellschaft. Je instabiler eine Gesellschaft aber sei, desto prekärer sei auch die Existenz der Unternehmen.
In einem Appell an andere Managerkollegen sagte Ackermann: "Schon im ureigenen Interesse müssen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden, uns mit den sozialen und moralischen Dimensionen unseres Tuns auseinandersetzen und mit Wort und Tat zeigen, dass der Managerberuf ein ehrenwerter Beruf ist."
In diesem Zusammenhang sei Corporate-Social-Responsibility Teil der DNA einer Bank, sagte Ackermann. Sie sei weder Opfer noch Alibi, weder Ablasshandel noch Reparaturauftrag.
Webseite: http://www.deutsche-bank.de/
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