Gegen Mittag gewannen die Titel 3,31 Prozent auf 52,050 Euro. Der deutsche Leitindex stieg zeitgleich um 0,41 Prozent auf 6.219,72 Punkte. Die Marktturbulenzen im Frühjahr verpassten der Rekordjagd der Deutschen Bank im zweiten Quartal einen Dämpfer. Zwar fielen die am Dienstag vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal etwas besser aus als von Experten erwartet. Die Werte blieben aber wegen eines Einbruchs im Investmentbanking deutlich hinter dem starken Jahresauftakt 2010 zurück.
FREUNDLICHE ANALYSTENKOMMENTARE
Analyst Philipp Zieschang von der Schweizer Großbank UBS bezeichnete den Vorsteuergewinn als im Rahmen seiner Erwartungen und führte den überraschend hohen Nettogewinn auf eine niedrigere Steuerquote zurück. Um Einmaleffekte bereinigt, dürfte aber auch das Vorsteuerergebnis circa 15 Prozent über seinen Erwartungen liegen. Die Erlöse im Bereich Investmentbanking hätten zwar geschwächelt. Der Markt sollte das aber nicht überbewerten, da die saisonalen Effekte vor allem im Anleihegeschäft regelmäßig unterschätzt würden. Im Privatkundengeschäft habe es Lebenszeichen gegeben. Zieschang beließ die Titel auf "Buy" mit einem Kursziel von 56,00 Euro.
Jon Peace von der japanischen Großbank Nomura sah die Erwartungen insgesamt ebenfalls als erfüllt an. Der Haupttreiber der Entwicklung bleibt seiner Meinung nach der Bereich Investmentbanking, der bei der Erfüllung des Geschäftsplanes für 2011 helfen sollte. Die Bewertung des Titels mit dem 1,1-fachen des bereinigten Buchwertes sei zwar alles andere als hoch, Anlegern rate er jedoch eher zu den Aktien der UBS. Die Entwicklung bei der Schweizer Großbank verlaufe dynamischer und ihre Bilanz sei stark. Die UBS hatte am Dienstag ebenfalls Zahlen vorgelegt und übertraf damit die Erwartungen von Experten.
KEIN AUSBLICK UND ENGAGEMENT IN PIIGS-STAATEN
Ein weiterer Analyst verwies darauf, dass das Bankhaus keinen Ausblick auf den Gewinn des Gesamtjahres abgegeben habe. Zudem seien höhere Bestände an gefährdeten Staatsanleihen der sogenannten PIIGS-Länder (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) als zuletzt angekündigt preisgegeben worden, gleichwohl diese verglichen mit der Bilanz sehr gering blieben. Positiv führte der Experte auf, dass die Risikovorsorgen bedeutend unter den Erwartungen gelegen hätten.
Einem Händler wertete die Zahlen als "gemischt": So habe der Gewinn vor Steuern unter, nach Steuern aber über den Erwartungen gelegen. Positiv hob der Börsianer unterdessen den gut ausgefallenen Zins- und Provisionsüberschuss hervor. Eine Analyse der Zahlen bezeichnete er insgesamt aber als 'knifflig'. (dpa-AFX)