Apple von Krise völlig unbeeindruckt
Die Wachstumsstory des US-Technologiekonzerns Apple geht ungebremst weiter. Trotz der Wirtschaftskrise konnte der Computer- und Unterhaltungselektronikgerätehersteller im Weihnachtsquartal neue Rekordzahlen vermelden. Die Anleger griffen bei der Aktie kräftig zu. Die SEC nimmt unterdessen offenbar die Informationspolitik des Konzerns unter die Lupe.
Anders als viele Konkurrenten zeigt sich der Technologieriese Apple von der Wirtschaftskrise und deren Folgen kaum beeindruckt. Während große Konzerne wie Intel oder NVIDIA die Konsumflaute zu spüren bekamen und einen deutlichen Nachfrageinbruch hinnehmen mussten, liefen die Apple-Geschäfte im Weihnachtsquartal besser als erwartet.
In seinem ersten Jahresviertel konnte das Unternehmen sowohl auf Umsatz- als auch auf Ergebnisseite neue Rekordwerte einfahren. Die Erlöse zogen um 5,9 Prozent an und lagen mit 10,17 Milliarden Dollar erstmals in einem Quartal über der Zehn-Milliarden-Dollar-Marke. Dabei konnte der Konzern mehr als die Hälfte seiner Erlöse auf dem Heimatmarkt erzielen - 54 Prozent wurden in den Vereinigten Staaten umgesetzt. Im Ausland liefen die Geschäfte ebenfalls gut.
Experten hatten den Konzernumsatz im Vorfeld bei 9,75 Milliarden Dollar gesehen und zeigten sich positiv überrascht. Immerhin sind Apple-Produkte im Vergleich hochpreisiger und insbesondere verschiedene Luxusmarken bekommen die Wirtschaftskrise und die damit verbundene Kaufzurückhaltung der Verbraucher in den vergangenen Monaten deutlich zu spüren. Anders jedoch der Apple-Konzern, der seine Absatzzahlen im ersten Geschäftsquartal steigern konnte. Mit 2,5 Millionen verkauften Macintosh-Computern setzte das Unternehmen neun Prozent mehr ab, als vor Jahresfrist. Beliebt war auch das Prestigehandy iPhone. 4,4 Millionen Geräte hat Apple im Weihnachtsquartal unter die Leute gebracht - ein imposantes Plus von 88 Prozent im Vorjahresvergleich. Auch der MP3-Player iPod gehörte weiter zu den Wachstumstreibern des Konzerns. Mit 22,7 Millionen verkauften Geräten konnte der Konzern rund drei Prozent mehr absetzen als im Vergleichsquartal 2007.
Die positive Absatz- und Umsatzentwicklung schlug sich auch auf Gewinnseite in den Büchern des Technologieriesen nieder. Unter dem Strich verdiente Apple im Berichtszeitraum 1,61 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie zog entsprechend auf 1,78 Dollar an. Damit konnte das Vorjahresergebnis zwar nur um 1,8 Prozent gesteigert werden, Analysten hatten dem Unternehmen jedoch weitaus weniger zugetraut und wären mit einem Gewinn je Anteilsschein von 1,40 Dollar zufrieden gewesen.
Mit seiner Quartalsbilanz lag Apple nicht nur über den Expertenschätzungen, sondern konnte auch die eigenen Prognosen schlagen. Apple ist jedoch für seine vorsichtigen Schätzungen bekannt. Das bestätigte sich auch einmal mehr im Ausblick des Unternehmens auf das aktuell laufende zweite Geschäftsquartal: Beim Ergebnis je Aktie peilt der iPhone-Hersteller einen Wert zwischen 0,90 und 1,00 Dollar an, während die Erlöse gleichzeitig zwischen 7,6 und acht Milliarden Dollar liegen sollen. Damit liegt das Unternehmen traditionsgemäß unter den Erwartungen der Analysten.
Anleger ließen sich davon aber wenig beeindrucken und deckten sich kräftig mit Anteilsscheinen des Unternehmens ein. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal überzeugten - auch den Konzernchef: "Vor dem Hintergrund der sehr herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten sind wir äußerst erfreut über unser bestes Quartalsergebnis in der Firmengeschichte von Apple. Erstmals haben wir die 10 Milliarden-Grenze beim Quartalsumsatz überschritten", so Steve Jobs, der Apple-CEO.
Unterdessen reißen die Spekulationen um den Gesundheitszustand des Konzernchefs nicht ab. Sogar die US-Börsenaufsicht SEC hat sich mittlerweile offenbar eingeschaltet, um die Informationspolitik des Unternehmens im Zusammenhang mit der Krankheit von Jobs zu prüfen. Offizielle Bestätigungen blieben bislang allerdings aus.