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23.09.2008 14:54

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Aktie im Fokus: Escada

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ESCADA schockt mit erneuter Gewinnwarnung

Der Modekonzern ESCADA kann sich der eingetrübten Konjunktur nicht entziehen und hat seinen Verlust in den ersten neun Monaten kräftig ausgebaut. Auch die Aussichten für das Gesamtjahr bleiben trübe, abermals legte das Unternehmen mit einer Gewinnwarnung nach. Die Anleger reagierten mit einer Flucht aus der Aktie.

Die Anteilseigner des Modeherstellers ESCADA sind Kummer gewöhnt. Dennoch schaffte es das Unternehmen, mit der Vorlage seiner Neunmonatsbilanz für erneute Enttäuschung zu sorgen. Wie der Konzern am Morgen bekannt gab, ging der Umsatz in den ersten neun Geschäftsmonaten deutlich um 14,1 Prozent auf 430,4 Millionen Euro zurück. Nur ein Teil davon konnte auf Währungseffekte zurückgeführt werden, währungsbereinigt sanken die Erlöse noch um 11,4 Prozent. Dabei bekam der Konzern besonders die anhaltende Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren, die angesichts der eingetrübten Konjunktur vor dem Erwerb von Luxusgütern zurückschrecken. Auch die Kernmarke ESCADA konnte sich nicht gegen den Trend stemmen, dort lag der Neunmonatsumsatz mit 290,1 Millionen Euro rund 14,7 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Massiv belastet zeigte sich auch der Konzernbereich PRIMERA. Die Sparte wollte sich im deutlich günstigeren Preissegment etablieren, hat jedoch im Berichtszeitraum lediglich 155,3 Millionen Euro umgesetzt - 13,1 Prozent weniger als in den neun Monaten des Geschäftsjahres 2006/2007.

Auch auf Ergebnisseite musste der Modekonzern einen massiven Einbruch hinnehmen. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 21,2 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 53,1 Millionen Euro. Dabei entfiel der Hauptteil des Gewinns primär auf die Marke ESCADA, während PRIMERA nur 1,5 Millionen Euro zum Konzern-EBITDA beitragen konnte. Unter dem Strich baute das Unternehmen seinen Verlust kräftig aus. Nach Steuern und Minderheitenanteilen lag das Ergebnis nach neun Monaten bei minus 19,5 Millionen Euro. Bereits im Vorjahreszeitraum hatte die ESCADA-Gruppe rote Zahlen geschrieben, die fielen mit einem Verlust von 4,1 Millionen Euro aber deutlich geringer aus, als im Geschäftsjahr 2007/2008.

Dass ESCADA seine Schwierigkeiten nicht so schnell in den Griff bekommen würde wie erhofft, hatten Anteilseigner bereits geahnt. Dennoch setzten Aktionäre ihre Hoffnungen auf das neue Management: Am 1. Juli hatte Hugo Sälzer den Posten an der Konzernspitze übernommen. Der ehemalige Chef des Konkurrenten Hugo Boss sollte eine schnelle Restrukturierung des angeschlagenen Unternehmens herbeiführen, nachdem sein Vorgänger Jean-Marc Loubier an dieser Aufgabe gescheitert war.
Sälzer dämpfte allerdings die Erwartungen: Aktuell laufe die Neuausrichtung des Unternehmens, diese werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es von Seiten des Konzernchefs am Dienstag. Erst 2009 rechnet der Manager mit einem positiven Effekt auf die Geschäftszahlen.

Die Aussichten für den Rest des aktuellen Geschäftsjahres sind indes alles andere als gut. Bereits das dritte Mal in diesem Jahr sprach ESCADA eine Gewinnwarnung aus. Angesichts des Trends der ersten drei Quartale wird auch im Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang gerechnet. Beim Konzern-EBITDA will ESCADA einen Wert zwischen 23 und 26 Millionen Euro erwirtschaften - bislang war für das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ein Wert von 37 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Als Grund für die neuerliche Anpassung der Ergebnisprognose wurde das weiter verschlechterte Marktumfeld genannt. Auch beim Konzernergebnis nach Steuern dominiert Pessimismus die Schätzungen des Unternehmens. Nachdem bereits bislang unter dem Strich ein Verlust prognostiziert worden war, wurde ESCADA heute mit Zahlen konkret: Das Minus soll mindestens auf Vorjahreshöhe ausfallen, hieß es in einer Pressemitteilung. Im Jahr zuvor hatte der Fehlbetrag bei rund 27 Millionen Euro gelegen.

Die Anleger reagierten enttäuscht und trennten sich am Dienstag von Anteilsscheinen des Unternehmens. Die Aktie des im SDAX notierten Konzerns verlor deutlich.

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