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19.01.2009 12:33

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Aktie im Fokus: Royal Bank of Scotland

Royal Bank of Scotland (RBS) zu myNews hinzufügen Was ist das?


RBS fährt historischen Verlust ein

Die stark angeschlagene Royal Bank of Scotland (RBS) hat 2008 einen historischen Verlust eingefahren. Die Regierung muss dem angeschlagenen Institut nach der Teilverstaatlichung erneut unter die Arme greifen. Die ohnehin gebeutelte Aktie brach massiv ein. Unterdessen hat die britische Regierung im Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise ein zweites milliardenschweres Bankenrettungspaket geschnürt.

Die Hiobsbotschaften aus der Bankenbranche reißen auch in dieser Woche nicht ab. Das angeschlagene britische Finanzhaus Royal Bank of Scotland hat am Morgen einen historischen Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr eingeräumt und damit entsprechende Medienberichte vom Wochenende bestätigt. Vor Goodwill-Abschreibungen soll das Minus 2008 vorläufigen Schätzungen zufolge zwischen sieben und acht Milliarden Britischen Pfund (GBP) liegen. Angesichts angefallener Wertberichtigungen zwischen 15 und 20 Milliarden Pfund sei insgesamt ein Verlust von bis zu 28 Milliarden GBP, rund 31 Milliarden Euro, zu erwarten. Damit würde der bisherige Negativrekord auf dem britischen Markt eingestellt. Der Mobilfunkkonzern Vodafone hatte 2006 einen Verlust von 22 Milliarden Euro und damit den bislang größten Verlust eines britischen Unternehmens eingefahren.

Die roten Zahlen der RBS kamen für die Marktteilnehmer an den Börsenparketts keinesfalls unerwartet. Das Ausmaß der Verluste überraschte die Anleger jedoch massiv. Hauptgrund für den erneuten Geschäftseinbruch dürfte die Tatsache sein, dass sich das britische Institut mit der Übernahme von Teilen der niederländischen ABN Amro-Bank verhoben hatte. Von den angekündigten Abschreibungen von bis zu 20 Milliarden Pfund sei rund die Hälfte nur auf die ABN Amro-Übernahme zurückzuführen, räumte RBS-Chef Stephen Heste ein. Zudem machten dem Finanzhaus die andauernden Folgen der Finanzkrise 2008 massiv zu schaffen. Allein auf ihr Engagement in mit Krediten besicherte Papiere fielen Wertberichtigungen von rund acht Milliarden Pfund an. Auch die Vorsorge für Kreditausfälle hatte weiter erhöht werden müssen.

Wegen den erneuten Milliardenverlusten benötigt das Finanzhaus abermals frisches Kapital und zapft einmal mehr seine Aktionäre an. Der Konzern will für fünf Milliarden Britische Pfund neue Stammaktien herausgeben, die das bislang von der britischen Regierung gegebene Vorzugskapital ersetzen sollen. Die Regierung will die Kapitalerhöhung absichern und garantiert die Ausgabe der Papiere zu 31,75 Pence je Anteilsschein. Damit könnte sich der Staatsanteil von bislang 58 Prozent auf bis zu 70 Prozent erhöhen. Erst im Herbst vergangenen Jahres hatte die Regierung dem Institut mit rund 20 Milliarden Pfund unter die Arme gegriffen, nachdem das Unternehmen die Folgen der Finanzkrise massiv zu spüren bekam.

Unterdessen wurde bekannt, dass Großbritannien ein zweites Rettungspaket für die angeschlagene Bankenbranche auflegt. Erneut stellt die Regierung mehrere Milliarden Pfund zur Stützung der Finanzinstitute zur Verfügung. Damit will der Staat die Banken gegen die Risiken ihrer faulen Kredite absichern, so das Finanzministerium nach Verhandlungen am Wochenende. Im Rahmen des erneuten Rettungspaketes stehen der Bank of England für den Aufkauf von Vermögenswerten aus dem privaten Sektor zunächst 50 Milliarden Pfund zur Verfügung, hieß es von Regierungsseite. Damit erhofft sich Finanzminister Alistair Darling, die schleppende Kreditvergabe auf dem britischen Markt wieder anzukurbeln, um weitere Arbeitsplatzverluste zu verhindern oder zumindest abzufedern. Bereits in einem ersten Bankenrettungspaket im Herbst 2008 wurde der Branche von der Regierung mit 37 Milliarden Pfund unter die Arme gegriffen.

Obwohl die erneuten Staatsmaßnahmen an den Börsenparketts positiv bewertet wurden, gerieten Finanztitel zum Wochenstart erneut unter Druck. Die Aktie der Royal Bank of Scotland brach massiv ein, auch deutsche Bankenaktien hatten im Windschatten mit Verlusten zu kämpfen.

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