In der ersten halben Stunde rutschten die Anteile an dem Solarkonzern am TecDax-Ende um 4,88 Prozent auf 3,510 Euro ab. Der
TecDax legte trotz der allgemein schwachen Solarwerte um 0,24 Prozent auf 773,43 Punkte ab.
Ein Händler sprach von "schrecklichen Zahlen" und trifft damit den Tenor des Marktes. Die Krise in der Solarbranche und Wertberichtigungen auf veraltete Produktionsanlagen haben SolarWorld 2011 in die roten Zahlen rutschen lassen. Der Umsatz ging um fast 20 Prozent zurück. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit globalen Überkapazitäten und dem daraus resultierenden Preisverfall bei Solarmodulen.
ANALYST ZEIGT SICH GESCHOCKT
"Schockierende Ergebnisse deutlich unter den Erwartungen", fasste Analyst Sven Kürten von der DZ Bank zusammen. Er bekräftige entsprechend deutlich seine Empfehlung "Sell" mit dem Fairen Wert 2,30 Euro. Equinet bleibt nach den vorläufigen Zahlen ebenfalls bei einer Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 3,10 Euro. Die provisorischen Geschäftszahlen zum vierten Quartal seien schlechter als von ihm und vom Markt erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Stefan Freudenreich. Die magere Profitabilität angesichts einer Rekordnachfrage auf dem deutschen Heimatmarkt verdeutliche die nicht konkurrenzfähige Kostenquote verglichen mit den asiatischen Wettbewerbern.
Die Deutsche Bank ließ ihre Einstufung in einer ersten Kommentierung der Daten auf "Hold" mit dem Kursziel 2,80 Euro. Analyst Alexander Karnick sieht die operativen Ergebnisse von einer Reihe von Sonderfaktoren verzerrt. Sie belasteten die Profitabilität. Negativ sei auch die mangelnde Berechenbarkeit der weiteren Geschäftsentwicklung - die so genannte "Visibilität". Der Ausverkauf der Solarworld-Aktie dürfte zunächst weitergehen.
FRANKFURT (dpa-AFX)