20.08.2013 17:00
Bewerten
 (2)

Börsenstars beißen bei Apple zu

Börsenstars beißen bei Apple zu
Aktie mit Biss
Plötzlich ist die ehemalige Kultaktie Apple wieder angesagt: Zwei berühmte Investoren steigen ein, die Aussicht auf neue Geräte und Verhandlungen in China treiben den Aktienkurs. Ein wichtiges Problem bleibt aber ungelöst.
€uro am Sonntag

von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Vielleicht interessiert es ja jemanden: „Wir haben derzeit eine große Position in Apple. Wir glauben, dass der Konzern extrem unterbewertet ist“, twitterte Starinvestor Carl Icahn und sorgte damit sofort für Aufregung. Die Aktie des Computerkonzerns schoss um knapp fünf Prozent nach oben.

Bis zu 1,5 Milliarden Dollar soll Icahn in den vergangenen Wochen in das Papier investiert haben. Das ist weniger als ein halbes Prozent des Bestands, aber genug, um Wirbel zu machen. Icahn ist berüchtigt dafür, sich bei Unternehmen einzukaufen und auf radikale Korrekturen zu drängen. Bei Apple geht Icahn behutsam vor: Er habe eine nette Unterhaltung mit Tim Cook gehabt, berichtet der Milliardär im Internet. Man habe seine Meinung diskutiert, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für ein größeres Aktienrückkaufprogramm gekommen sei.

Die Reaktion des Apple-Chefs auf das Treffen ist nicht überliefert. Ein Konzernsprecher nannte es ein „positives Gespräch“. Aktienrückkäufe dürften aber nicht zu Cooks Lieblingsthemen zählen. Erst im Frühjahr hatte Cook nach hartnäckigen Drängeleien der Wall Street angekündigt, 100 Milliarden Dollar bis Ende 2015 in Rückkäufe und Dividenden zu stecken. Zu wenig, meint Icahn.

Die Sinnhaftigkeit von Aktienrückkäufen ist umstritten. Wenn ein Unternehmen Aktien zurückkauft und einstampft, werden wichtige Bewertungskennziffern aufpoliert, etwa der an der Wall Street stark beachtete Gewinn je Aktie. Kritiker sehen darin allerdings nur Bilanzkosmetik mit kurzfristiger Wirkung auf die Kurse. Steve Jobs, die verstorbene Apple-Ikone, lehnte Rückkäufe kategorisch ab.

Wichtiger für Aktionäre sollte die Produktpipeline des Konzerns sein, der mit iPhone und iPad die Computerindustrie revolutioniert hat, seit mehr als einem Jahr aber keine wegweisenden Innovationen präsentiert hat. Der Konzerngewinn ist in den vergangenen beiden Quartalen um durchschnittlich 20 Prozent geschrumpft und hat den Aktienkurs nach unten gezogen. Inzwischen könnte der Boden vielleicht erreicht sein. Neben Icahn hat zuletzt auch der Milliardär George Soros mit seiner Beteiligungsgesellschaft Apple-Aktien gekauft. Schwung soll der Verkaufsstart des neuen iPhone bringen, das für den 10. September erwartet wird. Neben der klassischen Variante wird auch eine billigere Version erwartet, mit der Apple neue Kundenschichten erreichen will. Rechtzeitig vor Weihnachten soll auch die iPad-Produktfamilie erneuert werden. iPhone und iPad waren zuletzt für 70 Prozent des Konzernumsatzes verantwortlich. Später könnten ganz neue Produkte kommen. Gerüchte gibt es um einen Fernseher und eine Armbanduhr.

Ein grundlegendes Problem bleibt: Um den Konzerngewinn auf dem noch immer extrem hohen Niveau zu steigern, muss Apple nicht nur gegen wachsende Konkurrenz ankämpfen, sondern auch gegen den eigenen Erfolg, vor allem von iPhone und iPad. In den Monaten Oktober bis Dezember 2012 hatte Apple mit 48 Millionen iPhones knapp 31 Milliarden Dollar umgesetzt. 23 Millionen iPads brachten nahezu elf Milliarden Dollar in die Kasse. Die Messlatte liegt sehr hoch.

Aussicht auf China-Deal
Wichtiger als Icahn oder Soros dürfte für Apple-Aktionäre daher ein anderer Mann sein: Xi Guohua, der Vorsitzende von China Mobile. Der Konzern ist mit 740 Millionen Kunden der weltgrößte Mobilfunkbetreiber. Ausgerechnet China Mobile verkauft keine iPhones und hemmt damit die Wachstumsaussichten der Kalifornier. Ein Deal scheiterte bislang nicht nur an finanziellen Fragen. Auch bei der Technik gibt es Probleme: Die bisherigen iPhone-Modelle sind mit dem Netz von China Mobile nicht kompatibel. Jetzt aber könnte es Bewegung geben: Apple-Chef Cook war im Juli bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr zu Gesprächen in China. Das weckt Hoffnung auf einen Durchbruch.

Die Apple-Aktie steht auf jeden Fall vor einer turbulenten Phase. Sollten die Verkaufszahlen des neuen iPhone enttäuschen, drohen deutliche Kursverluste. Zumindest bis zum Verkaufsstart der neuen Geräte aber dürfte die Erwartung auf positive Nachrichten den Kurs weiter nach oben treiben.

Bildquellen: nui7711 / Shutterstock.com, istock/NoDerog

Nachrichten zu Apple Inc.

  • Relevant+
  • Alle+
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Apple Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
05.05.2016Apple buyUBS AG
27.04.2016Apple OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.04.2016Apple buyBrean Capital
27.04.2016Apple kaufenRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.04.2016Apple OutperformMacquarie Research
05.05.2016Apple buyUBS AG
27.04.2016Apple OutperformRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.04.2016Apple buyBrean Capital
27.04.2016Apple kaufenRobert W. Baird & Co. Incorporated
27.04.2016Apple OutperformMacquarie Research
11.01.2016Apple HoldDeutsche Bank AG
08.01.2016Apple Market PerformCowen and Company, LLC
06.01.2016Apple NeutralRosenblatt
22.12.2015Apple Market PerformCowen and Company, LLC
26.10.2015Apple Market PerformCowen and Company, LLC
29.10.2015Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.10.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.09.2014Apple SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.09.2013Apple verkaufenJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
22.05.2013Apple verkaufenJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Apple Inc. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX schließt nach volatilem Handel kaum bewegt -- GoPro verschiebt erste Drohne -- Evonik mit Milliarden-Zukauf -- Square-Aktie stürzt ab -- Apple, Murdochs News Corp, Toshiba im Fokus

Am US-Arbeitsmarkt entstehen überraschend wenige Stellen. Intesa Sanpaolo verdient ein Viertel weniger. RHÖN-KLINIKUM steigert Umsatz und Gewinn. Italienische Justiz nimmt angeblich Deutsche Bank ins Visier. Absatz von Mercedes-Benz wächst im April zweistellig.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Indizes als Basiswert sind sowohl bei Anlage- als auch bei Hebelprodukten sehr beliebt. Welchen der folgenden Indizes berücksichtigen Sie primär bei Ihrer Auswahl?