11.09.2012 16:33
Bewerten
 (3)

Strategie steht: Deutsche Bank plant mit Bad Bank

Aktie reagiert positiv
Nach hundert Tagen im Amt machen Anshu Jain und Jürgen Fitschen ernst: Die Deutsche Bank will die neuen Kapitalvorgaben weiter ohne Kapitalerhöhung erfüllen. Riskante Assets sollen in einer Art "Bad Bank" gebündelt werden.
In der lange erwarteten Ankündigung zur Strategie sind die Eckpfeiler jetzt klar: Die Deutsche Bank will riskante Assets in eine eigene Bad Bank auslagern, 4,5 Milliarden Euro einsparen und vor allem ohne Kapitalerhöhung die verschärften Anforderungen nach Basel III erfüllen.

Eine echte Überraschung ist in dem Paket die Auslagerung riskanter Assets. Hier schlägt die Doppelspitze der Bank einen neuen Weg ein. Sie bildet für diese Assets eigens eine Einheit. Damit soll der Abbau der risikogewichteten Aktiva aus nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen beschleunigt werden. Das Gesamtvolumen soll zunächst rund 135 Milliarden Euro betragen. "Das sind keine Schrottpapiere", betonte Jain. Vielmehr handelt es sich dabei zum Teil um strukturierte Papiere, die noch existieren, aber nicht mehr aktiv fortgeführt werden sowie um verbriefte Wertpapiere.

Um die verschärften Regularien unter Basel III aus eigener Kraft erfüllen zu können, will die Bank kräftig sparen. Insgesamt sollen jährlich 4,5 Milliarden Euro bis 2015 weniger ausgegeben werden. Dies soll zu einem großen Teil durch Stellenstreichungen geschehen. Für die dabei anfallenden Kosten wie Abfindungen rechnet die Deutsche Bank mit vier Milliarden Euro.

Die harte Kernkapitalquote soll mindestens acht Prozent bis März nächsten Jahres betragen und mehr als 10 Prozent bis Ende März 2015.

Die Aktie des Branchenprimus reagiert positiv auf die Aussagen zur Unternehmensstrategie. "Kernaussage ist, dass zunächst keine Kapitalerhöhung kommt", sagt ein Händler. Das sollte die Aktie kurzfristig weiter treiben. Die Bank will die Kapitalbasis zunächst weiter "organisch" stärken. "Der Markt hat einige Minuten gebraucht, um das zu begreifen".

"Das Unternehmen handelt im Sinne der Aktionäre", sagt ein weiterer Marktteilnehmer. Eine Kapitalerhöhung sei erst einmal vom Tisch, möglicherweise könne sie auch vollständig vermieden werden. Das Geldinstitut will bis 2015 jährliche Einsparungen von 4,5 Milliarden Euro realisieren. Das sei mehr als bislang erwartet.

"Problematisch ist, dass der Markt damit immer noch nicht sicher sein kann, ob und wann in den kommenden Jahren doch eine Erhöhung ansteht", gibt ein anderer Händler zu bedenken. Dies verhindere größere Kursgewinne. /zb/fbr

  FRANKFURT (dpa-AFX)

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.11.2014Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
18.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
10.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
05.11.2014Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
04.11.2014Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
18.11.2014Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
05.11.2014Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
30.10.2014Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
30.10.2014Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
29.10.2014Deutsche Bank buyS&P Capital IQ
18.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
10.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
04.11.2014Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
30.10.2014Deutsche Bank NeutralNomura
30.10.2014Deutsche Bank NeutralUBS AG
14.10.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
12.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
11.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
21.07.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
18.06.2014Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Dow Jones kommt nicht vom Fleck -- Gold-Nostalgie setzt Europas Zentralbanken unter Druck -- Blackberry, E.ON, Allianz im Fokus

Eurokurs wieder im Rückwärtsgang. Indexfantasie bei Zalando. Vodafone prüft Zusammenschluss mit Liberty Global. Airbus reduziert Anteil an Dassault. Stada verkauft Lagerhaltung an DHL. 'Schwarze Null' steht - Bundestag stimmt Haushalt 2015 zu. TLG Immobilien lockt weiter mit Aussicht auf hohe Dividende. Lufthansa erhält Auftrieb durch billiges Öl und Analystenlob.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese DAX-Aktien bringen die höchste Rendite

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

So viele Aktien gehören ausländischen Investoren

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

mehr Top Rankings

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?