Das Schuldendebakel in der Eurozone und das hohe Staatsdefizit der USA werden auch das Ergebnis zum Jahresauftakt belasten. Die Kunden dürften sich im ersten Quartal erneut zurückhalten, teilte die Bank am Dienstag in Zürich mit. Es sei daher nicht mit dem sonst üblichen starken Geschäft zum Jahresauftakt zu rechnen. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, will der Rivale der
Credit Suisse und der
Deutsche Bank seine Kosten weiter senken.
Die UBS hatte im vergangenen Jahr den Abbau von insgesamt 5.500 Stellen angekündigt - vor allem im Investmentbanking. Dem seit September 2011 amtierenden Chef Sergio Ermotti ist vor allem das schwankungsanfällige Geschäft mit dem Handel von Aktien und anderen Wertpapieren ein Dorn im Auge. Er will es deshalb deutlich zurückfahren. Stattdessen soll die Vermögensverwaltung wieder stärker in den Fokus rücken. 2011 war das Investmentbanking die Problemsparte der Schweizer. Sie schrieb sowohl im dritten als auch vierten Quartal rote Zahlen. Übers Jahr gesehen fiel der operative Gewinn der Sparte um 86 Prozent auf 304 Millionen Franken.
UBS-AKTIE GIBT NACH
Diesen Einbruch konnte die Bank durch Zuwächse in den anderen Bereichen und gekürzte Boni nur zum Teil ausgleichen. Konzernweit brach der Gewinn im abgelaufenen Jahr um 44 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken (3,5 Mrd Euro) ein. Die Erträge fielen um 13 Prozent auf 27,9 Milliarden Franken. Damit verfehlte die Bank die Erwartungen der Analysten deutlich.
Am Aktienmarkt sorgten die Zahlen und der Ausblick für Ernüchterung. Das UBS-Papier verlor zuletzt 1,21 Prozent auf 13,05 Franken, nachdem es in den vergangenen Wochen im Zuge einer Erholung der meisten Bank-Aktien in Europa deutlich zugelegt hatte.
Im Investmentbanking litt die UBS wie die meisten Konkurrenten zum Jahresende unter der Flaute infolge der Schuldenkrise. Die Schweizer hatten aber auch noch eine Reihe hausgemachter Probleme wie den Milliardenverlust durch Geschäfte eines Händlers in London, die die Bank weder autorisiert und noch entdeckt hatte. Der aufsehenerregende Skandal hatte den damaligen Chef der Bank, Oswald Grübel, seinen Job gekostet. Ermotti soll es jetzt gemeinsam mit dem früheren Bundesbank-Chef Axel Weber richten. Der 54-jährige Deutsche soll im Mai 2012 an die Spitze des Verwaltungsrats rücken und die Bank in eine bessere Zukunft führen.
VERMÖGENSVERWALTUNG IN USA WIEDER MIT GEWINN
Die Bank befindet sich seit der Finanzkrise in rauem Fahrwasser. In den Jahren 2007 und 2008 häufte sie Verluste von rund 28 Milliarden Franken an und musste deshalb im Gegensatz zur Credit Suisse vom schweizerischen Staat vor dem Kollaps gerettet werden. Viermal musste die UBS ihr Kapital erhöhen. Hinzu kam ein Steuerstreit mit den USA, der das Image der Bank beschädigte.
Immerhin hier konnte die UBS bereits wieder erste Erfolge vermelden. Die Vermögensverwaltung in Amerika kehrte 2011 operativ in die schwarzen Zahlen zurück. Auch beim Stellenabbau kam die UBS im vierten Quartal etwas voran. Die Zahl der Beschäftigten sank in den drei Monaten bis Ende Dezember um 1.100 auf 64.820.
ZÜRICH (dpa-AFX)