PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte sind am Montag mit Gewinnen in den ersten Handelstag des neuen Jahres gestartet. In einem ruhigen Handel mit geringen Umsätzen konnten die geöffneten europäischen Börsen Händlern zufolge von der am Jahresanfang vorhandenen Liquidität profitieren. "Am ersten Tag des Jahres nutzen viele Investoren wieder die Liquidität, nachdem sie ihr Portfolio bereinigt haben", sagte ein Fondsmanager. Der
Eurostoxx 50 (
EuroSTOXX 50) stieg um zuletzt 1,23 Prozent auf 2.344,95 Punkte. Der Pariser
CAC 40 notierte zuletzt mit plus 0,83 Prozent bei 3.186,01 Punkten in der Gewinnzone. Die Börsen in London und Zürich bleiben an diesem Montag wegen eines Feiertags geschlossen.
In der Sektorwertung zeigten sich bis auf die Immobilienwerte alle Branchenindizes des Stoxx Europe 600 mit Gewinnen. Am stärksten legten die Auto- und Zulieferwerte mit 1,24 Prozent zu, dicht gefolgt von Versichereraktien mit rund einem Prozent Zuschlag. Ebenfalls gefestigt präsentierten sich Chemietitel und Versorger .
Auffällig waren im EuroStoxx die Versichererwerte von Generali (Assicurazioni Generali) und Axa (Synaxon) mit 2,92 und 2,74 Prozent Gewinn. Eher schwach schnitten mit minus 0,49 Prozent die Aktien der France Telecom (France Télécom) ab, obwohl die Franzosen deutliche Zuwächse bei Smartphone-Abonnenten berichtet hatten.
Die Papiere der Franzosen von Veolia Environnement haben 1,58 Prozent zugelegt. Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte am Sonntag ohne Nennung von Quellen berichtet, der französische Versorger habe unter anderem in der Allianz und dem kanadischen Pensionsfonds Borealis Interessenten für sein britisches Wassergeschäft gefunden. Die japanischen Konzerne Itochu und Marubeni sollen dem Bericht zufolge ebenfalls ein Gebot prüfen. Nach Angaben der Zeitung könne der Verkauf rund 1,2 Milliarden Pfund (1,44 Milliarden Euro) in die Kassen des französischen Versorgers spülen.
Die Aktien von Alcatel-Lucent führten mit 3,15 Prozent Gewinn den Cac 40-Index (CAC 40) an. Der Chef des Telekomanbieters hatte in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung "Les Echos" ausgeschlossen, dass - wie beim Konkurrenten Nokia Siemens Networks - ein Großteil der Belegschaft dem Sparkurs zum Opfer falle. Beim Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Nokia sollen nach Unternehmensplanungen mit 17.000 Jobs rund ein Viertel der Arbeitsplätze gestrichen werden. Alcatel-Chef Ben Verwaayen sagte der Zeitung, eine Reduzierung der Arbeitsplätze um 25 Prozent stehe "außer Frage". Zudem befinde sich der Anbieter von Telekommunikationsanlagen und -dienstleistungen "nicht in der Krise". Die WestLB hatte an diesem Morgen zudem ihr Votum für die Aktie der Franzosen von "Sell" auf "Neutral" angehoben./men/ck