PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach einem verhaltenen Start haben die europäischen Börsen am Dienstag ihren Aufwärtstrend mehrheitlich fortgesetzt. Zwar wurden die jüngsten Unternehmenszahlen am Markt überwiegend negativ aufgenommen. Doch die anhaltenden Hoffnungen auf Wachstumsimpulse durch die Notenbanken in Europa und den USA drängten diese ebenso in den Hintergrund wie die anhaltend rekordhohe Arbeitslosenquote in der Eurozone.
Bis zum Mittag stieg der Eurostoxx 50 (EuroSTOXX 50) um 0,39 Prozent auf 2.349,55 Punkte. Bereits am Vortag hatte der Leitindex der Eurozone den vierten Tag in Folge fester und gleichzeitig auf dem höchsten Stand seit Ende April geschlossen. In Paris legte der Cac 40 (CAC 40) am Dienstag um 0,20 Prozent auf 3.327,32 Punkte zu. Der Londoner FTSE 100 dagegen verlor 0,17 Prozent auf 5.683,93 Punkte - hier belasteten unter anderem schwache Zahlen von BP. Später stehen noch Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda.
Branchenseitig gehörten die defensiven Pharmatitel zu den Favoriten der Anleger: Im Stoxx Europe 600 legte der entsprechende Subindex um 0,44 Prozent zu. Dagegen ging es für die Bankenwerte nach enttäuschenden UBS-Zahlen (UBS) am Ende der Branchenübersicht um 0,90 Prozent bergab. Die Schweizer Großbank erlitt im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch und erwartet keine kurzfristige Belebung des Geschäfts. Die Aktien sackten um 4,57 Prozent ab. Auch beim spanischen Konkurrenten BBVA (Banco Bilbao Vizcaya Argentaria) ging das Ergebnis deutlich zurück. Allerdings federte ein gutes Auslandsgeschäft die Krise auf dem heimischen Markt ab. Entsprechend legten die Papiere gegen den Branchentrend um 0,37 Prozent zu.
Der Öl- und Gassektor gehörte nach schwachen BP-Zahlen mit minus 0,76 Prozent ebenfalls zu den schwächeren Branchen. Der britische Ölkonzern BP rutschte deutlich in die Verlustzone, was den Papieren Kursverluste von vier Prozent einbrockte. Für Anheuser-Busch Inbev ging es ebenfalls um gut vier Prozent bergab. Die Brauereigruppe konnte zwar dank gesunkener Steuern und eines günstigen Preisumfelds den Gewinn deutlich steigern. Das bereinigte EBITDA ging jedoch um gut vier Prozent zurück, weil der Konzern in den USA wie zuvor angekündigt seinen Vertrieb umgestellt und viel ins Marketing investiert hatte. Beim Energiekonzern Electricite de France (EdF) sorgte hingegen den Gewinnanstieg in der ersten Jahreshälfte für ein Kursplus von 1,27 Prozent./gl/rum