PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach einem schwachen Start und einem zwischenzeitlichen Hoch in der Gewinnzone sind die europäischen Aktienmärkte zum Mittag wieder ins Minus gedreht. Die Sorgen um die Staatsschuldenkrise in Europa hat die Märkte weiter im Griff. Zwar hat sich die Lage am europäischen Anleihemarkt am Freitag spürbar entspannt. Doch die Zweifel an der Einigkeit der europäischen Politik sorgten weiter für Nervosität, hieß es am Markt. Der Leitindex
Eurostoxx 50 (
EuroSTOXX 50) gab bis zum Mittag 0,47 Prozent auf 2.232,30 Punkte ab. Der Londoner
FTSE 100 fiel um 1,02 Prozent auf 5.367,67 Punkte. In Paris notierte der Leitindex Cac 40 (
CAC 40) 0,35 Prozent bei 2.999,83 Punkten unter der 3.000-Punkte-Marke.
Werte aus dem Basisgüterbereich , aus der Technologiesparte und aus der Autoindustrie verloren gemessen an den Subindizes des Stoxx Europe 600 am meisten. Etwas im Plus konnten sich Werte der Lebensmittelindustrie und aus den Medien halten.
Aktien von ArcelorMittal gerieten am Vormittag in den Sog ihrer japanischen Wettbewerber. Die japanische Stahlproduktion war aus Jahr gesehen zurückgegangen und hatte damit Sorgen um die Weltwirtschaft ausgelöst. Für den belgisch-luxemburgischen Konzern ging es um über zwei Prozent ins Minus. Im Gefolge gaben auch die Titel des weltgrößten Bergbaukonzerns BHP Billiton in London nach: Der größte taiwanesische Stahlproduzent China Steel hatte nach Produktionskürzungen Gespräche unter anderem mit BHP aufgenommen, um Eisenerzlieferungen zu verzögern.
Ebenfalls in London gerieten die Aktien des Chipherstellers ARM Holdings (ARM) mit über vier Prozent Verlust unter die Räder. Medienberichten zufolge hatte Vizepräsident Tudor Brown in einem Interview von "angemessener Vorsicht" für 2012 gesprochen.
Die Titel der Telecom Italia gehörten im EuroStoxx 50 (EuroSTOXX 50) ebenfalls zu den Werten mit den größten Verlusten: Da das Management wegen der Sparmaßnahmen der Regierung auch mit einer gedämpften Konsumlust 2012 rechnet, schmähten Anleger die Papiere des Unternehmens. Der Kurs gab mehr als ein Prozent nach. Auf der Gewinnerseite standen als einige von wenigen Werten die Papiere von AB Inbev und Vivendi (Vivendi Universal) mit jeweils rund zwei Drittel Prozent Gewinn.
Zu den Gewinnern zählten die italienischen Banken. Die Intesa SanPaolo (Intesa Sanpaolo) und die Unicredit (UniCredito Italiano) lagen an der Spitze des EuroStoxx 50 (EuroSTOXX 50) mit nahezu zwei Prozent Gewinnen. Aus Frankreich gehörte der Medienkonzern Vivendi (Vivendi Universal) mit über einem Prozent auf der Habenseite ebenfalls zu den Gewinnern./men/fat