FRANKFURT (dpa-AFX) - Erneut schwache Vorgaben der Wall Street dürften den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belasten. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Stand
Dax (
DAX) lag am Morgen bei 5.467,99 Punkten und damit um 0,31 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. Der Erholungsversuch um 0,93 Prozent zu Wochenbeginn dürfte sich damit zunächst nicht fortsetzen.
Der späte Kursrutsch der US-Indizes und die nun doch verlorene Marke von 10.000 Punkten im Dow Jones Industrial (Dow Jones) geben einem Börsianer zufolge negative Impulse. Der Future auf den US-Leitindex verlor seit Xetra-Schluss am Montag 0,43 Prozent. Neue Fundamentaldaten seien nicht zu erwarten, so dass die Verschuldung einzelner Staaten der Eurozone weiter das beherrschende Thema bleiben dürfte, so der Börsianer. Der Euro, zuletzt aus diesem Grund Belastungsfaktor für die Aktienmärkte, stabilisierte sich am Morgen auf seinem abgeschwächten Niveau. Charttechniker Wieland Staud von Staud Research sagte: "Eine sofortige Wiederaufnahme und Verlängerung des Winterschlussverkaufs würde mit neuen Tiefs unter denen vom Freitag bei 5.433 Punkten beginnen."
Auf Unternehmensseite sorgten bereits vor Handelsbeginn Zahlen von Unternehmen aus der zweiten Reihe für Gesprächsstoff. So übertrafen etwa die Zahlen von Heidelberger Druckmaschinen die Prognosen. Ein Börsianer sagte: "Die Zahlen sind durch die Bank besser als erwartet." Er verwies aber darauf, dass dies bereits erwartet worden sei. Sowohl am Vorabend als auch vergangene Woche hatte es entsprechende Spekulationen am Markt und in der Presse gegeben. Die Quartalsbilanz von Demag Cranes bekam indes die Note "gemischt". Die Gewinne lägen zwar im Rahmen der Erwartungen, Umsatz und Auftragseingang fielen dagegen etwas schwächer aus. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz (L&S) legten Heidelberger Druck knapp drei Prozent zu, während es für Demag-Aktien um knapp zwei Prozent abwärts ging.
Bei Qiagen (QIAGEN) fiel das Bilanz-Urteil ebenfalls nicht eindeutig aus. Während die Zahlen des TecDax-Mitgliedes (TecDAX) für 2009 zwar gut ausgefallen seien, wertete ein Börsianer den Ausblick für 2010 als eher enttäuschend. Bei L&S ging es für die Aktien erst einmal leicht runter. Die Deutsche Bank hatte ihr "Buy"-Votum nach den Zahlen bestätigt. Die derzeitige Kursschwäche böte Kaufgelegenheiten, zitierten Börsianer die Studie.
Finanzwerte wurden derweil von Zahlen aus dem Ausland bewegt. Bei der Allianz sorgten die jüngst vorgelegten Daten der US-Beteiligung Hartford Financial (Hartford Financial Services Group) für etwas schwächere Kurse bei dem Düsseldorfer Wertpapierhändler L&S. Der US-Versicherer habe zwar beim bereinigten Ergebnis je Aktie im vierten Quartal die Markterwartungen übertroffen, sagte ein Börsianer. Der für 2010 gegebene Ausblick sei jedoch enttäuschend und das habe auch die Hartford-Aktie im nachbörslichen US-Handel um 4,09 Prozent nach unten gedrückt.
Bankaktien wie die Deutsche Bank und die Commerzbank tendierten bei L&S etwas schwächer als der Gesamtmarkt. Die Schweizer Großbank UBS fuhr im Schlussquartal dank ihres Sparprogramms und einer Steuergutschrift einen Milliardengewinn ein und übertraf damit die Analystenschätzungen deutlich. Gleichzeitig leidet die Bank aber nach wie vor darunter, dass ihr die Kunden nicht mehr vertrauen und ihr Geld abziehen. Im vierten Quartal lag der Nettoneugeldabfluss deutlich höher als von Analysten erwartet. Ein Börsianer schränkte ein, der Einfluss auf die deutschen Papiere dürfte eher begrenzt sein, da der direkteste Konkurrent, die Deutsche Bank, selbst bereits Zahlen vorgelegt hat./rum/fat