FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag trotz der Abstufung des Euro-Rettungsfonds EFSF durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's fester eröffnen. Grund dafür sind Händlern zufolge die jüngsten chinesischen Konjunkturdaten. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex (
DAX) lag am Morgen bei 6.266 Punkten und damit 0,74 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Montag. "Die Tatsache, dass der
Dax aktuell gut in der Lage ist, auch negativere Nachrichten wegzustecken verdeutlicht, dass der Index über eine relative Stärke verfügt", konstatierte Helaba-Analyst Christian Schmidt.
Das Wirtschaftswachstum in China ist mit 8,9 Prozent im vierten Quartal auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen. Von Bloomberg befragte Experten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Zudem wüchsen nun die Spekulationen, dass die chinesische Regierung die Geldpolitik vielleicht doch wieder etwas lockert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die am Montagabend veröffentlichte Abstufung des europäischen Rettungsschirms EFSF dürfte laut Händlern den Markt nicht mehr belasteten, da dieser Schritt erwartet wurde. Dagegen lassen die Daten aus China und laut Marktstratege Stan Shamu von IG Markets den Risikoappetit der Börsianer wieder steigen.
Zudem verzeichneten die asiatischen Börsen am Morgen deutliche Kursgewinne und auch die Wall Street dürfte den Handel am Nachmittag Börsianern zufolge nach dem gestrigen Feiertag wieder freundlich aufnehmen. Am Nachmittag könnten einige Konjunktur- und Unternehmensdaten aus den USA wie die der Citigroup Impulse geben.
METRO LEGT KAUFHOF-GESPRÄCHE AUF EIS
Unter den Einzelwerten dürften Metro (METRO) im Blickpunkt stehen, nachdem der Handelskonzern am Morgen mitgeteilt hat, die Gespräche über einen Verkauf seiner Warenhaustochter Kaufhof bis auf weiteres einzustellen. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz notiert die Aktie mit einem Minus von 1,39 Prozent. Deutsche Euroshop (Deutsche EuroShop) dürften zulegen, nachdem die UBS das Papier von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 26 auf 28 Euro angehoben hat. Bei Lang & Schwarz notiert die Aktie mit plus 1,63 Prozent.
Ferner sollten Fresenius (Fresenius SECo) im Fokus stehen, die bei Lang & Schwarz 0,27 Prozent gewannen. Finanzvorstand Stephan Sturm, sieht gute Chancen, die Dividende nach 18 Erhöhungen in Folge erneut anzuheben, wie er dem "Deutschen Anleger Fernsehen" (DAF) sagte. "Das ist mehr als erwartet. Analysten rechnen mit einer Dividende von 0,93 Euro nach 0,86 Euro im Vorjahr", kommentierte ein Börsianer./edh/rum